Book 6
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„Für einen Alleinherrscher, oder für eine Stadt, welche Herrschaft besitzt, ist keine Handlungsweise'ungereimt, die ihnen Nutzen bringt, und es gibt für sie keine Freundschaft, die nicht zugleich eine zuverlässige Stütze für sie ist. Mit allen Menschen muß man Feindschaft oder Freundschaft schließen je nach den Umständen, und für.- uns ist es hier nützlich, nicht wenn wir unsere Freunde schwächen, sondern wenn unsere Feinde durch die Macht unserer Freunde unschädlich gemacht find. Zum Mißtrauen ist kein Grund vorhanden; denn auch mit unseren dortigen Bundesgenossen halten wir eö, wie wir grade von Jedem den meisten Nutzen erwarten; die Chalkidier und Methymnäer^ haben ihre eigene Verfassung behalten und stellen Schiffe; die Mehrzahl ist schon in größerer Abhängigkeit nnd zahlt Steuern; Andere behandeln wir als völlig freie Bundesgenossen, obgleich sie auf Inseln wohnen und leicht zu erobern wären, und zwar, weil sie in der Nähe des Peloponnes und günstig gelegen wohnen. Und so ist es auch natürlich, wenn wir die hiesigen Verhältnisse zu unserem Vortheil und, wie gesagt, zur Abschreckung der Syrakusaner einrichten. Denn sie streben nach der Herrschaft über euch, und wenn sie euch jetzt durch Verdächtigung unserer Absicht zum Bunde gegen uns bewogen haben, wollen sie dann,.wenn wir unverrichteter Dinge abziehen mußten, die Herrschaft über Sieilien an sich reißen, indem ihr entweder ihren Waffen unterlieget, oder ihnen wegen Mangels an Bundesgenossen preisgegeben seid. Und so muß es nothwendig kommen, wenn ihr jetzt zu ihnen übertretet, denn weder könnten wir es mit einer so großen vereinigten Macht leicht aufnehmen, noch auch werden diese euch gegenüber zu schwach sein, wenn wir erst nicht mehr hier sind." > ,