Book 6
103
Hierauf errichteten die Athener ein Siegeszeichen, gaben den Syrakusern ihre Toten unter Waffenstillstand heraus und erhielten ihrerseits die Leichen deS Lamachos und seiner mit ihm gefallenen Begleiter zurück. Und nun, wo ihre ganze Macht, Flotte und Landheer, zur Stelle war, schlossen sie Syrakus von Epipolai und dem AbHange her bis an die See mit einer doppelten Mauer ein. Lebensmittel für das Heer wurden ihnen aus Italien von allen Seiten zugeführt. Auch schlossen sich jetzt noch viele Sikeler ihrem Heere an, die bis dahin damit noch gewartet hatten, und aus Tyrsenien kamen ihnen drei Funfzigruderer zu Hilfe. Überhaupt ging ihnen alles nach Wunsche. Die Syrakuser aber glaubten nicht mehr an einen glücklichen Ausgang des Krieges, da ihnen auch vom Peloponnes keine Hilfe gekommen war, auch wurden bei ihnen bereits Stimmen für den Frieden laut und Verhandlungen darüber mit Nikias angeknüpft, der seit LamachoS' Tode den Oberbefehl allein führte. Zum Abschluß kam die Sache freilich nicht, doch wurde sie, wie das in einer so bedrängten und immer härter belagerten Bevölkerung begreiflich ist, sowohl mit ihm und mehr noch in der Stadt ernstlich erwogen. Denn hier traute man jetzt in der Not selbst einander nicht mehr, und die Feldherren, unter denen es dahin gekommen, und deren Ungeschick oder Verrat vermeintlich daran schuld war, wurden abgesetzt und andere, Herakleides, Eukles und Tellias, statt ihrer dazu gewählt.