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Ἱστορίαι Thucydides

Book 7

8 Nikias aber, als er dieß bemerkte und sah, wie die Macht der Feinde und seine eigene Verlegenheit von Tag zu Tag wuchs, schickte auch seinerseits Boten nach Athen, wie er denn auch sonst bei allen Gelegenheiten und Vorfällen Meldung that, und jetzt um so mehr, da er sich für sehr gefährdet hielt und an keine Rettung mehr glaubte, wenn nicht jene entweder seine Armee abholten oder zahlreiche Verstärkung schickten. Weil er aber fürchtete, daß seine Abgesandten, sei es nun aus Mangel des Vortrags oder aus Vergeßlichkeit oder auch in der Absicht, dem Volke nach dem Munde zu reden, nicht den wahren Verhalt darstellen möchten, so schrieb er selbst einen Brief, in der Meinung, daß so die Athener ohne Entstellung von Seiten des Boten seine wirkliche Ansicht von der Sachlage erfahren und einen der Wirklichkeit entsprechenden Beschluß fassen würden. Seine Abgesandten nun gingen mit diesem Briefe und den sonstigen Aufträgen ab, Nikias selbst aber nahm seine Pflicht wahr, indem er sich lieber mit aller Vorsicht im Lager hielt, als daß er seinerseits die Gefahr einer Schlacht gesucht hätte.
9 Als derselbige Sommer zu Ende ging, zog auch Euetion, Feldherr der Athener, mit Perdikkas und vielen Thrakern zu Felde gegen Amphipolis, und diese Stadt zwar nahm er nicht, doch brachte er einige Dreiruderer in den Strymon hinaus und belagerte die 2) Wie PerdilkaS mit den Athenern wieder ausgesöhnt wurde, hat Thuk. nicht erzählt. Die Thraker sind Söldner Athens, wie VI, 129. (Kr.). Stadt von diesem Flusse aus. Himeraion war sein Wassenplatz. 414 v. Chr. - So ging dieser Sommer zu Ende.
10 Im folgenden Winter kamen die Boten des Nikias nach Athen und richteten aus, was ihnen mündlich aufgetragen war, und wenn sie Einer sonst etwas fragte, so standen sie Rede und übergaben auch den Brief. Da trat der Staatsschreiber auf und las den Athenern den Brief vor, der also lautete:

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