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Ἱστορίαι Thucydides

Book 7

29 Sie schickten also die Thraker, welche für Demotshenes zu spät gekommen waren, um bei der augenblicklichen Knapp­ heit ihrer Geldmittel Kosten zu sparen, sogleich wieder nach Hause. Auf dem Rückwege ließen sie sie durch Diitrephes geleiten, dem sie zugleich unter den Fuß gaben, sich ihrer auf der Fahrt, die durch den Euripos ging, womöglich zu einem Handstreich gegen die Feinde zu bedienen. Der ließ sie bei Tanagra landen, um dort im Fluge etwas zu plündern, und fuhr dann spät abends mit ihnen von Chalkis auf Euboia über den Euripos nach Böotien, wo er landete und sie gegen Mykalessos führte. Die Nacht über blieb er mit ihnen un­ bemerkt bei dem etwa sechzehn Stadien von Mykalessos ent­ fernten Hermestempel unter freiem Himmel, bei Tagesanbruch aber überfiel er die Stadt und nahm sie ein, ein unbedeutendes Städtchen, dessen Bewohner keines Überfalls gewärtig waren und nie daran gedacht hatten, daß man sie da oben von der See her einmal überfallen würde. Zudem waren die Mauern schwach, hie und da verfallen und stellenweise nur niedrig, auch die Tore, weit man an keine Gefahr glaubte, nicht ge­ schlossen. Nun drangen die Thraker in die Stadt, verwüsteten Häuser und Tempel und richteten unter den Einwohnern ein Blutbad an, wobei sie weder jung noch alt verschonten, sondern alles ohne Unterschied, Weiber und Kinder, mordeten, ja selbst die Ochsen vor den Wagen und was ihnen sonst Lebendiges vorkam, totschlugen. Denn die Thraker sind eins der rohsten Barbarenvölker, und in der Wut kennt ihr Blutdurst keine Grenzen. So kam es auch hier zu entsetzlichen Auftritten und grauenvollem Würgen in jeglicher Gestalt. Unter anderem drangen sie in eine Schule, die größte am Orte, als die Kinder eben gekommen waren, und hieben sie alle nieder. Und dies beispiellos furchtbare Geschick war über die Stadt mit allem, was darin war, völlig unerwartet hereingebrochen.

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