Book 7
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Inzwischen hatten die Syrakuser die Nachricht erhalten, - daß sie mit ihren Schiffen im Anzüge seien, und wollten nun, bevor sie einträfen, mit der Flotte und ihren Streitkräften zu Lande, die sie zu dem Zwecke zusammenzogen, nochmals einen Schlag führen. Auf der Flotte trafen sie vershciedene Ein richtungen, von deren Zweckmäßigkeit sie sich in der vorigen Schlacht überzeugt hatten; insbesondere verkürzten sie die Schnäbel der Schiffe, um sie widerstandsfähiger zu machen, versahen die Vorderteile mit dicken Sturmbalken und unter stützten diese durch starke, teils außen, teils inwendig an den Schiffswänden verstrebte, sechs Ellen lange Widerlagen, eine Verbesserung, wie sie auch die Korinther in der Schlacht bei Naupaktos an den Schnäbeln ihrer Schiffe vorgenommen hatten. Denn da die Schiffe der Athener anders gebaut waren und schwächere Schnäbel hatten, weil sie das feindliche Schiff nicht vorn, sondern durch eine geschickte Wendung von hinten zu treffen suchten, so glaubten die Syrakuser es auf diese Weise mit ihnen aufnehmen und ihnen im großen Hafen, wo die Schiffe in einem engen Raume kämpfen mußten, unter günstigen Bedingungen eine Schlacht liefern zu können. Bei ihrem gegen das Vorderteil des feindlichen Schiffes gerichteten Stoß würde nämlich der wuchtige, feste Schnabel dessen schwache und bauchige Teile treffen und ihm den Bug aufreißen, den Athenern aber in dem engen Raume weder möglich sein, ihre Schiffe von hinten zu treffen, noch ihnen durch die Ruder zu fahren; denn dieses, ihr Lieblingsmanöver, würden sie ihrerseits nach Kräften zu verhindern wissen, jenes aber, das Umfahren, werde die Enge des Raumes von selbst verbieten. Und was man früher als eine Ungeschicklichkeit ihrer Steuerleute angesehen, daß sie auf das Vorderteil des feindlichen Schiffes gehalten, grade das wollten sie sich jetzt selbst zunutze machen, weil sie dabei im Vorteil wären. Den Athenern würde nämlich, wenn sie den Stoß erhalten, nichts übrigbleiben, als sich auf den nahen Strand nach ihrem Lagerplatze zurückzuziehen, während ihnen der ganze übrige Hafen zu Gebote stände, und wenn sie zurück müßten und dann mit allen Schiffen auf einen einzigen engen Fleck angewiesen wären, so würden ihre Schiffe sich stoßen und in Verwirrung geraten; wie es denn auch wirklich für die Athener in alle den damaligen Seegefechten besonders nach teilig geworden ist, daß sie nicht wie die Syrakuser durch den ganzen Hafen zurückrudern konnten. Auch würden die Athener, da sie, die Syrakuser, es in der Hand hätten, sie nach Belieben von der See her anzugreifen oder sich^zurükczuziehen, nicht um die Landspitze herum in die offene See gelangen können, zumal das Plemmyrion in Feindes Hand und die Mündung des Hafens nur schmal sei.