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Ἱστορίαι Thucydides

Book 7

34 Die Peloponnesier aber auf den fünf und zwanzig Schiffen, welche wegen der Ueberfahrt der Lastschiffe nach Sieilien der Athenischen Flotte bei Naupaktos gegenüber lagen, hatten sich um dieselbe Zeit zu einer Seeschlacht fertig gemacht und noch einige Fahrzeuge dazu bemannt, so daß sie an Schiffszahl nur um ein Geringes schwächer waren, als das athenische Geschwader, und gingen nun bei Erineon in Achaia, in der Rhypischen Landschaft, vor Anker. Und da die Küste, vor welcher sie ankerten, halbmondförmig war, so war auf beiden Seiten befreundetes Fußvolk von den Korinthern und den dortigen Bundesgenossen auf den vorspringenden Landspitzen aufgestellt, die Schiffe aber standen in geschlossener Schlachtlinie mitten inne. Befehlshaber über die Schiffe war der Korinther Polyanthes. Die Athener aber segelten von Naupaktos mit drei und dreißig Schiffen^) unter Kommando des Diphilos gegen sie heran. Die Korinther nun ihrerseits verhielten sich Anfangs ruhig; als es ihnen aber der richtige Zeitpunkt schien und das Zeichen gegeben wurde, fuhren sie auf die Athener los und das Seegefecht begann. Eine beträchtliche Zeit hielten sich beide Theile die Wage. Den Korinthern wurden drei Schiffe in den Grund gebohrt; von den Athenischen Fahrzeugen wurde zwar keines versenkt, aber doch sieben seeuntüchtig gemacht, da sie von den Korinthischen Schissen am Vordertheil getroffen und aufgerissen worden waren, da wo die Ruderreihen aufhören; denn jenen hatte man eben in dieser Absicht stärkere Sturmbalken gegeben. Demnach blieb der Seekampf zwar unentschieden, so daß beide Theile sich den Sieg zuschrieben, doch hatten sich die Athener der Schiffstrümmer bemächtigen können, weil der Wind dieselben seewärts trieb und die Korinther nicht weiter herausliefen. So gingen denn beide Theile aus einander, und es fand weder eine Verfolgung 16) V rgl. VII. II. Vielleicht hatte DiphiloS noch einige Schiffe zugeführt und den Avnon abgelöst (Kr). 17) Ohrbalken. Sie ragten wie Ohren aus beiden Seiten des DordertheilS hervor und dienten theils zum Angriff, theils um den Stoß der feindlichen Schiffsschnäbel abzuwehren. Vrgl. vll, 26. 62 (Kr.). Statt, noch auch wurden von irgend einer Seite Gefangene gemacht; 413 v. Chr. die Korinther und Peloponnesier, da sie ganz in der Nahe des Landes fochten, konnten sich leicht retten, und den Athenern war kein Schiff versenkt worden. Während nun die Athener nach Naupaktos zurückfuhren, stellten die Korinther sogleich ein Siegeszeichen aus, als ob sie gesiegt hätten, weil sie den Gegnern eine größere Zahl von Schiffen untüchtig gemacht, und weil sie sich aus eben dem Grund nicht für geschlagen hielten, aus welchem sich die Athener nicht den Sieg zuschrieben. Denn die Korinther hielten eS schon für Gewinn, wenn sie nur nicht gänzlich geschlagen wurden, und die Athener glaubten sich verkürzt, wenn sie nicht entscheidend gesiegt hatten. Als dann aber die Peloponnesier abgesegelt waren und das Landheer sich zerstreut hatte, stellten die Athener auch ihrerseits ein Siegeszeichen an der Achaischen Küste auf, als ob sie die Schlacht gewonnen hätten, ungefähr zwanzig Stadien von Erineon entfernt, wo die Korinther geankert hatten. So war dieser Seekampf ausgegangen.

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