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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Book 7

70 Die Syrakusaner aber und ihre Bundesgenossen.waren ungefähr mit der gleichen Schiffszahl wie früher bereits ausgelaufen und bewachten mit einem Theil derselben die Ausfahrt, sowie auch die übrigen Theile des Hafens rings herum, damit sie die Athener von'allen Seiten zugleich angreifen und auch ihre Landtruppen ihnen' zu Hilfe kommen könnten, wo immer ihre Schiffe an's Land getrieben würden. Auf der Flotte der Syrakusaner befehligten Sikanos und Agatharchos, Jeder auf einem Flügel; Pythen und die Korinther hatten die Mitte. Als nun die Athener auf die Verfperrung stießen, siegten sie beim ersten Anlauf über die dort aufgestellten Schiffe und suchten die Sperrung zu durchbrechen; als aber dann von allen Seiten die Syrakusaner und Bundesgenossen auf sie losstürzten, so kam eS nicht blos bei der Sperrung zum Gefecht, sondern auch im. ganzen Hafen selbst, und es wurde hitziger gekämpft, als je vorher. Denn auf beiden Seiten herrschte bei der Rudermannshcaft der größte Eifer zum Ansegeln, wenn der Befehl dazu ertheilt wurde; die Steuerleute wetteiferten gegenseitig, sich in ihrer Kunst überlegen zu zeigen, und 15* 4l3 v. Chr. die Schiffssoldaten thäten ihre Sache; wenn Schiff auf Schiff stieß, damit die Leistungen vom Verdeck nicht hinter der Geschicklichkeit der^ Andern zurückblieben.' Jeder beeiserte sich, in dem, was ihm befohlen war, sich als der Erste zu zeigend Als aber nun auf dem engen Raum viele Schiffe zusammenstießen — denn es war dieS die größte Schiffszahl, die je auf so winzigem Raume gefochten hatte, da, beide Flotten zusammengenommen, wenige an zweihundert fehlten'^) — so fanden sehr wenig Angriffe mit den Vordertheilen statt, weil man stich weder zum Anlauf zurückziehen, noch zwischendurch fahren konnte; Enterangriffe von der Seite aber, wie grade zufällig ein Schiff im Fliehen oder beim Angriffe eines andern auf ein drittes stieß, kamen häufiger vor. So lange ein Schiff noch im Heranrudern war, schütteten die vom Verdecke Wurfspeere, Pfeile und Steine in Menge über dasselbe aus; waren aber beide Schiffe zusammengestoßen, so wurden' die Soldaten handgemein und suchten Jeder das Schiff des Gegners zu besteigen. Es traf sich auch an vielen Punkten, daß wegen des Gedränges die Einen ein Schiff enterten und auf der andern Seite selber geentert würden, sowie auch, daß zwei oder mehr Schiffe im Gewühle sich an eines anklammerten und so die Steuerleute die Aufgabe hatten, sich der Einen zu erwehren und die Andern anzugreifen, nicht Eines nach dem Andern, sondern Vieles zugleich und nach allen Seiten.. Zugleich erhob sich ein großes Getöse von so vielen zusammenstoßenden'Schiffen und hinderte, verbunden mit dem Schrecken, daß die Stimmen der Befehliger gehört werden konnten. Denn vielfältiger Zuruf und Geschrei erschallte beiderseits von den Befehlshabern, wie es theils ihre Amtspflicht erheischte, theils der augenblickliche Wetteifer hervorrief. Den Athenern riefen die Ihrigen zu, sie sollten die Durchfahrt erzwingen und jetzt oder nie die Rückkehr in das Vaterland mit aller Anstrengung sich erkämpfen, — den Syrakusanern und ihren Bundesgenossen, wie ruhmvoll es sei, wenn sie jene' am Entkommen verhindern und so Jeder seines Vaterlandes Ruhm durch den Sieg erhöhen würde. Und die Feldherren selbst auf beiden Seiten, wenn sie Einen rückwärts tseuern sahen ohne dringenden Grund, riefen den Schiffshauptmann mit Namen an, und 37) Etwa U0j athenische, VIl. 60, und 76 syralusische, VI. III. 70. (Kr.) die Athener fragten dabei, ob sie sich vielleicht zurückzögen, weil sie 413 v. Chr. das Land ihrer erbittertsten Feinde für sicherer hielten, als das Meer, dessen Herrschaft sie mit so vieler Anstrengung sich erkämpft hätten — die Syrakusaner aber, ob sie denn vor den Athenern, von. denen sie so gewiß wüßten, daß sie nur auf jede Weise zu entfliehen suchten, selber feig fliehen wollten.

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