Book 8
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Auch wurde beschlossen, frühmorgens nach Milet aufzu brechen. Phrynichos aber, der von Leros genauere Nachrichten über die feindliche Flotte erhalten hatte, erklärte seinen Mit feldherren, die bleiben und eine Schlacht liefern wollten, er werde das nicht tun und es, soviel an ihm sei, ebensowenig ihnen noch sonst jemand gestatten. Wo man die Möglichkeit habe, später mit genauer Kenntnis der Zahl der feindlichen und der gegen sie verwendbaren eigenen Schiffe gehörig ge rüstet mit entsprechenden Kräften zu schlagen, dürfe man sich niemals aus Furcht vor übler Nachrede gegen die bewährten Grundsätze der Kriegführung zu einer Schlacht verleiten lassen. Die Athener brauchten sich nicht zu schämen, einer Seeschlacht unter Umständen aus dem Wege zu gehen; unter allen Um ständen sei es für sie weit schimpflicher, die Schlacht zu ver lieren, auch würde das ihrer Stadt nicht nur zur Schande, sondern auch zur größten Gefahr gereichen. Würde sie sich doch nach den erlittenen Niederlagen selbst bei der trefflichsten Rüstung kaum oder höchstens im äußersten Notfall freiwillig unterfangen dürfei, irgendwo zuerst anzugreifen. Wie dürfe man sie nun gar ohne Not Gefahren aussetzen, die man sich selbst zugezogen? Er empfahl also, die Verwundeten, die Truppen und was sie an Gepäck bei sich führten, unverzüglich an Bord zu bringen, die in Feindesland gemachte Beute aber, nm die Schiffe nicht zu sehr zu beshcweren, dazulassen und nach Samos abzufahren, um von dort, sobald die ganze Flotte beisammen, den Kampf bei guter Gelegenheit wieder aufzu nehmen. Und was er wollte, setzte er auch durch. Phrynichos aber bewährte sich sowohl bei dieser Gelegenheit wie auch später in anderen Stellungen als ein einsichtiger und verständiger Mann. Dergestalt zogen die Athener, obne ihren Sieg aus zunutzen, gleich an dem Abend von Milet ab, und die Argeier fuhren aus Arger über ihre Niederlage von Samos schleunigst wieder nach Hause.