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Ἱστορίαι Thucydides

Book 8

64 Nachdem sie das unter sich ausgemacht, schickten sie Pei­ sandros und die eine Hälfte der Gesandten sogleich nach Athen und trugen ihnen auf, auch in den abhängigen Städten, die sie unterwegs etwa anlaufen würden, oligarchische Regierungen einzusetzen; die andere Hälfte schickten sie nach allen Seiten an die übrigen abhängigen Orte. Diotrephes, der damals mit vor Chios war, den sie zum Oberbefehlshaber in Vorder­ thrakien ausersehen hatten, ließen sie zur Übernahme seines Amtes dahin abgehen. Der machte, als er nach Thasos kam, der Demokratie dort ein Ende. Aber schon etwa zwei Monate, nachdem er wieder abgefahren war, begannen die Thasier ihre Stadt zu befestigen, da ihnen an einer Adelsherrschaft im Bunde mit Athen nichts mehr gelegen war, weil sie jeden Tag auf ihre Befreiung durch die Lakedämonier rechneten. Denn die von den Athenern aus Samos vertriebenen Aristokraten befanden sich draußen im peloponnesischen Lager und setzten mit ihren Gesinnungsgenossen in der Stadt alle Hebel in Be­ wegung, daß man eine Flotte nach Thasos schicke, um es den Athenern zu entreißen. Und da kam es ihnen sehr gelegen, i daß die frühere Verfassung, ohne daß sie selbst etwas dabei gewagt, wiederhergestellt und die Volkspartei, die sich dem widersetzt haben würde, gestürzt war. Die Athener, welche das oligargische Regiment in Thasos eingeführt, hatten sich also dabei verrechnet, und wie ich glaube, ist es ihnen bei manchen anderen ihrer Untertanen nicht besser gegangen. Denn nach­ dem die Städte zur Besinnung gekommen waren und un­ beschadet ihre eigenen Wege gehen konnten, strebten sie nach voller Unabhängigkeit und wollten von einer wurmstichigen Autonomie von Athens Gnaden nichts mehr wissen.

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