Book 8
74
Die Samier aber und die Truppen schickten die Paralos und mit ihr Chaireas, Archostratos' Sohn, einen Athener, welcher in dem Kampfe um die Verfassung besonderen Eifer bewiesen hatte, schleunigst nach Athen, um das Ereignis dort zu melden; denn sie wußten noch nicht, daß die Vierhundert inzwischen zur Herrschaft gelangt waren. Als die Paralos kaum angekommen war, ließen die Vierhundert sogleich ein paar Leute aus der Mannschaft ins Gefängnis werfen, den übrigen aber das Schiff nehmen und sie auf ein anderes, zum Truppen transport bestimmtes Schiff versetzen und damit bei Euboia Wache tsehen. Chaireas aber, der sich, als er die Dinge kommen sah, gleich heimlich aus dem Staube gemacht hatte und dann nach Samos zurückgekehrt war, schilderte nun den Soldaten dort die Zustände in Athen noch weit schlimmer, als sie wirklich waren: die Bürger würden ausgepeitscht, jede mißliebige Äußerung über Anordnungen der Machthaber sei streng ver boten, Weiber und Kinder würden mißhandelt, ja man ginge sogar damit um, die Angehörigen aller Soldaten in Samos, die nicht zur Partei hielten, ins Gefängnis werfen und hin richten zu lassen, wenn das Heer den Gehorsam verweigere, und was er ihnen alles sonst noch vorlog.