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Wesen und Charakter seiner Darstellung ist großartig, und nicht einmal wenn die Ereignisse Mitleid und Jammer erregen, läßt er von dieser Großartigkeit ab. Sein Ausdruck ist gewichtig, der Sinn aber nicht sehr klar, da er Wortversetzungen liebt und in möglichst wenig Worten möglichst viel zu sagen bestrebt ist. So reich und vielgestaltig er nun auch im EinzelauSdruck ist, so arm und unbeweglich ist er anderseits in den Gedankenwendungen. Denn er bedient sich dem Hörer gegenüber weder der Ironie, noch des Vorwurfs, noch überraschender Seitenwendungen, oder sonst irgend einer Finte, worin besonders des Demosthenes Stärke sich offenbart. Ich glaube aber nicht, daß ThukydideS auS Unkenntniß der Denkfiguren sich also zeige, sondern nur weil er seine Reden den betreffenden Persönlichkeiten durchaus anpassend und angemessen halten will. Denn es wäre nicht passend gewesen, einem Perikles, ArchidamoS, Nikias und Brasidas, Männern von hoher adeliger Denkart und Heldenhaftem Sinne, ironische oder hinterlistige Redewendungen in den Mund zu legen, als ob sie sich nicht die Freiheit hätten nehmen dürfen, offen zurechtzuweisen und in's Gesicht zu tadeln und zu sagen, was immer sie wollten. AuS diesem Grunde hat er seine Reden ohne größeren Reichthum an Nachbildung der Eigenthümlichkeiten und ohne größere Mannigfaltigkeit der Eharakterifirung gelassen, und hat auch hierin das Geziemende gethan und die Würde der Kunst gewahrt. Denn dem Künstler geziemt sich, der Person ihre Ehre und der That ihren Ruhm zu geben.
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Zu bemerken ist noch, daß Einige sein GeschichtSwerk in dreizehn Bücher eingetheilt haben, und Andere wieder anders. Gleich. wohl ist die gang und gäbe gewöhnlicht Einteilung durchgedrungen, wonach das Ganze in acht Bücher zerfällt, und der auchWklepioS (ASklepiadeS) seine Zustimmung gegeben hat.. ?
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Anderes Leben des Thukydides. ^