Thesauros Edebiyat Tarih Ἱστορίαι

Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 1

140 „Ich bin nach wie vor der Ansicht, Athener, daß wir den Peloponnesiern nicht nachgeben dürfen, wenn ich auch weiß, daß man den Krieg leichter beschließt als durchführt, und daß mit dem Wechsel des Kriegsglücks auch die Stimmung zu wechseln pflegt. Aber auch jetzt kann ich euch nichts Besseres raten und bin gewiß, daß meine Freunde hier, wenn ihr ihn beschließt, mannhaft dafür eintreten, sollte uns das Glück auch mal im Stich lassen, wie sie es ja auch nicht ihrer Klugheit zuschreiben werden, wenn es uns lächelt. Denn das Glück ist so unberechenbar wie die Gedanken deS Menshcen, weshalb wir ja auch ein unverhofftes Mißgeschick dem Zufall in die Schuhe zu schieben pflegen. Offenbar führen die Lakedämonier schon lange Böses gegen uns im Schilde und vollends jetzt. Streitig­ keiten unter uns sollten ja doch vor ein Schiedsgericht gebracht werden und beide Teile sich dessen Ausspruch unterwerfen. Sie aber haben nie ein Schiedsgericht verlangt, gehen auch nicht darauf ein, wenn wir eins begehren, weil sie die Streitig­ keiten lieber durch Waffengewalt als in Güte entschieden sehen wollen. Und jetzt treten sie hier schon nicht mehr als Beshcwerde­ führer, sondern als Befehlende auf; befehlen sie uns doch, von Potidäa abzuziehen, die Unabhängigkeit Aginas anzuerkennen und den Beschluß wegen Megaras aufzuheben, und zu guter Letzt kommen nun noch gar diese Herren hier und verlangen, daß wir die Unabhängigkeit der Griechen anerkennen sollen. Glaubt nicht, daß es einer Kleinigkeit wegen zum Kriege kommt, wenn wir den Beschluß wegen Megaras nicht aufheben; mögen sie noch so viel sagen, wenn wir ihn aufhöben, würde es nicht zum Kriege kommen. Nein, ihr braucht euch keine Gewissens­ bisse zu machen, einer Kleinigkeit wegen Krieg angefangen zu haben. Diese Kleinigkeit ist nur die Kraftprobe, waS man euch bieten kann. Gebt ihr ihnen hierin nach, so werden sie gleich noch mehr von euch verlangen, überzeugt, daß ihr auch diesmal nur auS Furcht nachgegeben habt. Zeigt ihr ihnen aber die Zähne, so werden sie sich schon merken, daß ihr nicht die Leute seid, euch von ihnen befehlen zu lassen.

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