Kitap 1
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„Überlegt euch also, ob ihr klein beigeben wollt, ehe ihr zu Schaden kommt, oder ob wir, was ich für das beste halte, Krieg führen und, mögen sie viel oder wenig fordern, unter keinen Umständen nachgeben und unseren Besitz furchtlos be haupten wollen. Denn jede Forderung, ob groß oder klein, die man gegen seinesgleichen ohne Urteil und Recht durchsetzt, bedeutet Knechtschaft. Daß wir ihnen mit unseren Streitkräften und Hilfsmitteln gewahcsen sind, werde ich euch jetzt im ein zelnen auseinandersetzen. Hört zu. Die Peloponnesier sind Bauern, die von ihrer Hände Arbeit leben; Geld haben sie nicht, weder der einzelne noch der Staat. Auf lange, über seeische Kriege verstehen sie sich nicht, da sie ihrer Armut wegen untereinander immer nur kurze Kriege führen. Flotten aus rüsten können sie nicht und ebensowenig öfter mit Heeren ins Feld ziehen, weil sie sich dabei von Haus und Hof entfernen und auf eigene Kosten leben müssen und ihnen noch dazu die See verschlossen ist. Auch hält man einen Krieg leichter durch, wenn man einen vollen Staatsschatz hat und keine Steuer schraube dazu anzusetzen braucht. Der Bauer setzt im Kriege lieber seine Person ein als sein Geld, weil er darauf rechnet, selbst allenfalls mit heiler Haut davonzukommen, während er darauf gefaßt sein muß, sein Hab und Gut im Laufe deS Krieges draufgehen zu sehen, zumal wenn der Krieg, wie dies mal doch wahrscheinlich, sich über Erwarten in die Länge zieht. In einer einzelnen Schlacht können es die Peloponnesier und ihre Verbündeten mit ganz Griechenland aufnehmen, einen Krieg aber gegen einen besser gerüsteten Gegner vermögen sie nicht zu führen, solange sie keine einheitliche BundeSgewalt haben und deshalb zu rashcem Handeln unfähig sind; denn bei gleichem Stimmrecht und Stammesverschiedenheit, wobei jeder nur seine besonderen Interessen im Auge hat, kommt so leicht nichts Zweckdienliches zustande. Da will der eine diesem oder jenem zu Leibe gehen, der andere selbst nur möglichst ungeschoren bleiben. Auf ihren Tagsatzungen, wenn es wirklich mal dazu kommt, ist wohl hin und wieder auch von gemein samen Aufgaben des Bundes die Rede, zumeist aber handelt eS sich auch hier nur um Angelegenheiten und Sonderinteressen der Einzelstaaten. Jeder glaubt, es werde auch wohl ohne ihn gehen oder ein anderer werde die Sache für ihn schon mit besorgen, und eben weil das alle glauben, merken sie nicht, daß aus der Sache überhaupt nichts wird.