Kitap 1
142
„Das Wichtigste aber ist, daß ihnen der Mangel an Geld stets die Hände binden wird, solange sie sich so wenig beeilen, sich damit zu rechter Zeit zu versehen. Die Gelegenheiten im Kriege warten nicht. Auch vor ihren Trutzwerken und Flotten brauchen wir unS nicht zu fürchten. Ein Trutz-Athen zu bauen, würde ihnen schon im Frieden schwer werden, und nun gar in Feindesland, und wo auch wir unsere Grenzfestungen gegen sie haben. Sollten sie wirklich irgendeinen kleineren Platz befestigen, so könnten sie uns freilich von dort einen einzelnen Landesteil durch Streifzüge verheeren und unsere Leute zum Ausreißen verlocken, uns aber dadurch nicht hindern, ihnen zu Schiff ins Land zu fallen, um dort auch Festungen anzu legen und sie mit unserer überlegenen Flotte zu bekämpfen. Wir haben im Seekriege mehr für den Landkrieg gelernt als sie in ihren Festtandskriegen für den Krieg zur See. Und so leicht werden sie es-nicht dahinbringen, auch tüchtige See leute zu werden. Sind wir doch selbst hier in Athen, wo man sich schon seit den Perserkriegen auf die See geworfen hat, in dieser Beziehung immer noch in den Lehrjahren. Wie sollten denn diese Bauern, diese Landratten, gleich brauchbare Seeleute werden, zumal wenn wir mit unseren vielen Schiffen sie in ihre Häfen einsperren und es ihnen dadurch unmöglich machen, sich im Seedienst zu üben. Möglich, daß sie sich im Vertrauen auf ihre Überzahl mal zu einem Gefecht mit ein paar Blockadeschiffen herauswagen; aber einer großen Flotte gegenüber werden sie sich draußen nicht blicken lassen und deshalb bei dem Mangel an Übung immer Stümper bleiben, darum aber auch keine sonderliche Lust zum Fechten haben. Das Seemannshandwerk ist eine Kunst wie nur eine, die man nicht nur so gelegentlich nebenher treiben kann, sondern auf die man sich mit ganzer Kraft verlegen muß.