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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 1

9 Auch Agamemnon scheint mir vielmehr durch seine überlegene Macht die Andern zu jenem Zuge gebracht zu haben, und nicht sowohl als der Vornehmste unter den Freiern der Helena, welche ein Eid dem Tyndareos verpflichtet hielt ^). Es erzählen nämlich auch die, welche macht) und weniger Geld, bei Naturalwirthschast, mit aristokratischem Bewußtsein. (Dies gilt nur von den anführenden Staaten.) Brutalität entwickelte sich aus beiden Seiten, — die größere, d. h. der äußern Masse nach, auf der demokratischen (Athen, Kerkyra), eben weil es hier Massen sind, welche den Fehler begehen; dabei ist aber viel Schein; dafür haben die Spartaner durch Jahrhunderte zahllose Massen verth und auch in diesem Kriege ganze Massen Heloten z. meuchlings im Dunkel der Privathäuser abgeschlachtet. Ein dem Prinzip nach ähnlicher Krieg ist der Nord-Amerikanische gewesen, in welchem die entsetzlichste Brntalität aus Seite des Südens (Sklaven-Barone) Gränel in solchen Massen verübte , wie sie die Geschichte nur auf wenigen Blättern zu erzählen hat, — der demokratische Norden aber sich menschlich erwies, ein erfreuliches Zeichen des innern Fortschritts, den das demokratische Bewußtsein gemacht hat zu höherem Adel. Im Peloponnesischen Krieg erfocht die mehr aristokratische Partei einen scheinbaren Sieg, welcher die Niederlage des ganzen Hellenenthnms, des damaligen Vertreters der Menschlichkeit, war, — im Nordamerikanischen Krieg erfocht die demokratische Partei einen wirklichen Sieg, welcher ein Sieg der höheren Menschlichkeit war. Die kleinen griechischen Demokratien lebten sich rasch zu Ende; der großen amerikanischen sind die äußeren, besonders die räumlichen Verhältnisse noch auf längere Zeit günstig. In unserer Stelle und im Folgenden spricht Thukydides die ganz richtige Ansicht aus, daß zur Zeit des Trojanischen Krieges in den griechischen Seestaaten, unter denen der des Agamemnon der mächtigste war, Waffen- und Geldwirthschast herrschte. Homer widerspricht nicht in den Realien, welche er bietet; vielmehr gehen diese von derselben Voraussetzung aus; denn wie können Achaier und Troer solche Schiffe, Wassen, Wagen, Häuser, Schmuck, Gewandung, Geräthe, Kunstwerke besitzen ohne Geld? Der Widerspruch in der Zeichnung der Menschen ist kein Widerspruch, denn hier hat der Dichter immer nur die Ideale, das Göttliche im Menschen vor Augen. 28) Tyndareos, Vater der Helena, hatte aus den Rath des Odyssens sämtliche Freier der Helena eidlich verpflichtet, den von ihm zu wählenden Schwiegersohn anzuerkennen und gegen jeden Angriff zu schützen. Während nun die Dichter hierin die eigentliche Begründung des gemeinsamen Zugs gegen Troja sahen, erscheint dem Thukydides die Sache vielmehr so, als ob Agamemnon, als der durch Bekanntschaft mit der Ueberlieferung der Alten über die Peloponnefifchen Dinge am besten unterrichtet sind, daß der Ursprung der Macht des Pelops in den: Geldreichthmn zu suchen sei, mit welchem er aus Asien zu den dürftigen Eingebornen herübergekommen, und daß er eben deshalb, obgleich ein Fremder, zu der Ehre gelangte, dem Lande den Namen zu geben ^). Noch viel glücklicher seien aber seine Nachkommen gewesen. Enrystheus nämlich, der in Attika durch die Heraklideu seinen Tod fand, habe, als er in den Krieg zog, die Stadt Mykene und die Regierung der nahen Verwandtschaft wegen dem Atreus, seiner Mutter Bruder, anvertraut, welcher damals grade wegen der Ermordung des Ehrysippos vor seinem Vater flüchtig war; und da nun Eurystheus nicht mehr zurückkehrte, habe Atreus die Herrschaft über Mykene und alle Besitzungen des Eurystheus, und zwar mit der Mykener Zustimmung, an sich genommen, denn diese fürchteten die Herakliden, ihn selbst aber, der überdies dem Volke zn gefallen verstand, hielten sie für stark genug, und so seien die Pelopiden mächtiger geworden als die Abkömmlinge des Perfens Das Alles reichste und mächtigste Fürst jener Zeit, die Theilnahme der übrigen esse-AMgen habe. 29) Der Name verdankt seinen Ursprung vielleicht erst dem Tyrtäos (Strabo VIII. S. P. 362 : „Gekommen sind wir in de- Pelops breitgedehnte Insel"). (Kr.) 30) Nach dem Willen des Zeus wäre die S-rrschast über Mykene auf seinen Sohn, den Herakles, übergegangen, hätte Hin: seine Gemahlin Hera aus Eifersucht die Eileithyia, d. i. die geburtfördernde Göttin, bewogen, die Geburt des Herakles zurückzuhalten und die des Eurystß-us, des SohneS des Sthenelos, zu beschleunigen. So wurde dieser, als der früher geborene, König. Die Söhne des Herakles aber suchten ihr rechtmäßiges Erbe zurückzuerobern und fanden Aufnahme und Hilfe in Attika. Gegen diese nun -zog Eurystheus zu Felde und blieb im Kampfe. Die Mutter des Eurystheus war Nikippe (auch Leukippe, Archippe, Menippe, Amphibia), eine Tochter des Pelops, also Schwester des AtreuS. Dieser hatte mit seinem Bruder Thyestes, aufgereizt von ihrer Mutter Hippodamia, den Ehrysippos erschlagen, einen Sohn des Pelops und der Nymphe Axioche (Astioche oder Danais), den Pelops vorzüglich liebte, und war deshalb zu seiner Schwester nach Mykene geflohen, wo der gegen die Herakliden zu Feld ziehende Eurystheus ihm die Regierung übergab, welche er auch nach jenes Tode behielt. Eurystheus war ein Enkel des Perseus, und es war also jetzt die Herrschaft von den Perseiden an die Pelopiden übergegangen. Die Nachkommen des Herakles kehrten nun hat sich, wie mir scheint, auf Agamemnon vererbt, und da er überdies auch durch eine mächtige Flotte den Andern überlegen war, so hat er dieselben wohl mehr durch die Furcht, die er einflößte, zu jener Unternehmung vereinigt, als daß sie es ihm zu Liebe gethan hätten 21); denn es zeigt sich, daß er für seine eigene Person mit der größten Anzahl von Schiffen erschien und überdies noch den Arkadiern solche gestellt hat ^-). So erzählt nämlich Homer, — wenn dieser überhaupt als Gewährsmann gelten kann. Auch läßt er ihn an der Stelle, wo von der Vererbung des Scepters die Rede ist (Jl. II, 108): „Inseln viele beherrschen und sämtliche Gaue von Argos." Als festlandischer Fürst kann er aber nicht wohl über die wenigen zunächst gelegenen hinaus auch noch andere Inseln beherrscht haben, wenn er nicht im Besitz einer Flotte war. Und nach diesem Kriegszug muß man sich auch ein Bild von den vorangegangenen Zuständen machen.

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