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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 1

23 Bis dahin war der Perserkrieg das wichtigste Ereignis gewesen, und doch war in ihm schon nach je zwei Schlachten zu Lande und zur See die Entscheidung gekommen. Dieser Krieg dagegen hat sehr lange gedauert, und Griechenland hat in ihm Leiden durchgemacht wie nie zuvor in einer gleichen Spanne Zeit. Niemals waren so viele Städte erobert und zerstört, sei es durch Barbaren, sei es durch die kriegführenden Mächte selbst - einige von ihnen wurden auch nach ihrer Einnahme mit anderen Einwohnern besetzt -, niemals so viel Menschen von Haus und Hof vertrieben und entweder durch den Krieg selbst oder in Parteikämpfen ums Leben gekommen. Dinge, von denen man bis dahin zwar wohl gehört, aber kaum jemals selbst was erlebt hatte, waren jetzt an der Tagesordnung. Gewaltige Erdbeben, die sich über einen großen Teil der Erde erstreckten, Sonnenfinsternisse, welche häufiger eintraten, als man sich dessen von früher erinnerte, Zeiten großer Dürre mit Hungersnot im Gefolge, vor allem aber die furchtbare Pest, welche die Menschen so massenhaft hinraffte, das alles stellte sich in diesem Kriege miteinander ein. Den aber begannen die Athener und die Peloponnesier mit dem Bruch des dreißig- jährigen Friedens, den sie nach der Unterwerfung von Euboia miteinander geschlossen hatten. Um von vornherein der Frage zu begegnen, wie es in Griechenland zu einem so furchtbaren Kriege kommen konnte, führe ich zuerst die Ursachen und die Streitigkeiten an, welche den Bruch herbeiführten. Der eigent­ liche Grund, so wenig von ihm die Rede gewesen ist, war nach meiner Überzeugung die Furcht der Lakedämonier vor der wachsenden Macht Athens, die sie zum Kriege trieb. Die Gründe aber, worauf sich beide Teile für den Rücktritt vom Vertrage und den Wiederbeginn des Krieges vor der Welt beriefen, waren folgende.

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