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Ἱστορίαι

Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 1

35 „Auch brecht ihr nicht die Verträge mit den Lakedämoniern ^ durch unsere Aufnahme, denn wir gehören noch zu keiner der beiden Bundesgenossenschasten, und es heißt ja in jenem Vertrag, daß es den Hellenischen Staaten, die noch auf keiner Seite mitkämpfen, frei stehe, sich nach Gefallen an einen der beiden Theile anzuschließen. Und es stünde auch sehr schlimm, wenn es jenen erlaubt sein sollte, ihre Schiffe nicht nur mit Bundesgenossen zu bemannen, sondern auch aus den andern snicht verbündeten^ griechischen Staaten und sogar aus solchen, die euch Unterthan sind, und wenn sie uns von der bestehenden Bundesgenossenschaft ausschließen und verbieten wollten, auch anderswo uns Hilfe zu suchen, und wenn sie auch euch ein Verbrechen daraus machen wollten, unsere Bitte zu gewähren. Viel mehr Ursache hätten wir, uns über euch zu beklagen, wenn ihr uns kein Gehör schenken wolltet, denn damit würdet ihr Solche von euch stoßen, die in Noth nnd Gefahr schweben und eure Feinde nicht sind; jene aber, die eure Feinde sind und euch zu Leibe gehen, hindert ihr nicht nur auf keine Weise, sondern laßt sie auch aus eurem eigenen Gebiet ihre Kriegskraft verstärken, und das ist nicht Recht, sondern entweder müßt ihr in eurem Gebiete die Werbungen jener untersagen, oder auch uns Hilfe schicken, unter welchen Bedingungen es euch nun am besten dünken mag. Ein offenes Bündnis; und der Beistand eurer Waffen wäre aber das Entsprechendste. Für diesen Fall gewähren wir große Vortheile, wie wir schon Anfangs gesagt haben. Der bedeutendste liegt darin, daß wir beide dieselben Feinde haben, was ja das stärkste Band treuen Zusammenhaltens ist, und zwar keine schwachen, sondern die wohl im Stande sind, euch zu züchtigen, wenn ihr von uns zurücktretet ^Auch 81) Der dreißigjährige Vertrag mit den Lakcdämoniern I, 115. 82) Ich übersetze μετασιάντας auf die Athener bezogen, gleich μετανα- σιάντας von uns, den jetzt Bittenden, wegtretend. ist es nicht gleichviel, das Bündnis; mit einer Seemacht von der Hand weisen, oder das mit einer Landmacht, was wir nicht sind. Eigentlich solltet ihr nach Kräften verhindern, daß ein Anderer überhaupt eine Flotte besitze; wenn aber das schon einmal unmöglich ist, solltet ihr wenigstens danach streben, die mächtigste Seemacht auf eurer Seite zn haben."

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