Kitap 1
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„Da die Kerkyräer in ihrer Rede nicht bei dem Ansuchen um eure Bundesgenossenschaft stehen geblieben sind, sondern auch behauptet haben, daß wir hart und ungerecht gegen sie verfahren, und daß sie selbst gegen alles Recht mit Krieg überzogen werden, so müssen auch wir uns zuerst über diese beiden Punkte auslassen, ehe wir zum eigentlichen Zweck unserer Rede kommen, damit ihr von vorn herein deutlich seht, was wir wollen, und damit wir euch triftige Gründe an die Hand geben. Dieser Ansuchen zurückzuweisen. Wie sie sagen, hätte sie die Klugheit bewogen, sich mit Niemanden in ein Bündniß einzulassen, aber das ist nur aus bösem Willen, nicht aus rühmenswerther Gesinnung geshcehen. Sie konnten zu ihren Schändlichkeiten keine Gehilfen und keine Zeugen brauchen und wollten sich durch Zuziehung Anderer keiner Beschämung aussetzen. Auch gibt ihnen die Lage ihres Inselstaates eine unabhängige Stellung und gestattet ihnen, in eigener Person über Diejenigen Richter zu sein, denen sie selbst Unrecht zufügen, ohne sich an Verträge binden zu müssen. Denn sie selbst besuchen mit ihren Schiffen Niemanden, wohl aber sind Andere oft genöthigt, bei ihnen Zuflucht zu suchen ^). Das ist der Grund ihrer gerühmten Zurückhaltung von fremder Bundesgenoffenschast. Sie wollen nicht, wie sie vorschützen, an fremdem Unrecht unbetheiligt bleiben, sondern auf eigene Rechnung Unrecht ausüben und, wo sie die Macht dazu in Händen haben, Gewalt brauchen, wo es aber heimlich geschehen kann. Andere Übervortheilen; in jedem Fall aber wollen sie keiner Beschämung ausgesetzt sein, wenn sie irgendwo Raub verübt haben. Wären sie rechtliche Leute, wie sie sich rühmen, so könnten sie durch Rechtgeben und Nehmen ihre Tugend um so Heller leuchten lassen, je unangreifbarer ihre Stellung nach Außen ist.