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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 1

49 Als auf beiden Seiten die Zeichen gegeben waren 2°), trafen die Flotten auf einander. Beide aber waren mehr nach alter Art und in unvollkommener Weise gerüstet und hatten viel Schwer- 90) Das Signal war wohl eine Art Fahne, an einem Mast, zu Lande an einer Stange cmporgejvgen, vgl. IV, sie. VII, se. Mit, 9S. Herod. IX, 59. (Kr.) bewaffnete auf dem Verdeck, auch viele Bogenschützen und Lanzenträger, und so kämpften sie. Die Seeschlacht war erbittert, aber dem Eifer glich nicht die Geschicklichkeit, und so hatte eS mehr das Ansehen einer Landschlacht. Denn wenn Schiffe auf einander gestoßen waren, so konnten sie sich wegen der Menge und des Gedränges der Fahrzeuge nicht leicht von einander losmachen. Auch erwartete man den Sieg eher von den Schwerbewaffneten auf dem Verdeck, die festen Fußes stehend kämpften, während die Schiffe ruhig lagen. Die Schlachtlinien zu durchbrechen unternahm man nicht ^), sondern Muth der Einzelnen und persönliche Stärke thaten in diesem Seekampf mehr, als Erfahrung und Geschicklichkeit, und überall war großer Lärm und wirres Geschrei. Die Athenischen Schiffe ließen sich nirgends erster Hand in den Kampf ein, sondern wo irgend die Kerkyräer bedrängt wurden, da stellten sie sich ihnen zur Seite und schreckten die Gegner nur zurück, denn die Anführer scheuten sich, der Athener Verbot zu übertreten. Am meisten gerieth der rechte Korinthische Flügel in die Enge, denn die Kerkyräer zwangen ihn mit zwanzig Schiffen zum Wenden, setzten den zerstreuten und gegen das Festland flüchtenden nach und segelten bis dicht an ihr Lager, wo sie an's Land stiegen und die leeren Zelte in Brand steckten und plünderten. Hier also zogen die Korinther und ihre Bundesgenossen den Kürzeren, und die Kerkyräer waren im Vortheil. Wo aber die Korinther selbst standen, aus dem linken Flügel, hatten sie bei Weitem den Vortheil, denn den Kerkyräern, die ohnedies in der Minderzahl waren 22), gingen die zwanzig verfolgenden Schiffe ab. Da nun die Athener, welche vorher sich gehütet hatten handgemein zu werden, die Noth der Kerkyräer sahen, segelten sie unbedenklich zur Hilfe heran, und als die Flucht entschieden war und die Korinther nachsetzten, da legte Jeder der Athener Hand an's Werk, und man konnte keinen Unterschied mehr machen, sondern die Gefahr wurde 91Ist aber schon von Herold. VI, 12. und VIII, 9 erwähnt, ES bestand darin, daß man durch die Schlachtreihe der Gegner schiffte, um die Seiten und Ruder ihrer Schiffe zu beschädigen, und schnell gewendet sie von hinten anzugreifen. Thut, erwähnt sie noch ll, 8Z. 89. VII, Z6. 70. (Kr.) 22) Hundertundjehn (l, 47.) gegen hundertundfünsjig (I, 46.), so daß jetzt etwa so gegen 130 kämpften. (Kr.) 4* so groß, daß Korinther und Athener mit einander handgemein wurden.

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