Kitap 1
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„Den Vorwurf der Schwerfälligkeit und übermäßiger Be dächtigkeit, den man uns immer macht, könnt ihr euch gern gefallen lassen. Wolltet ihr die Sache jetzt hastig und unvor bereitet angreifen, so würdet ihr damit nur um so später zu Ende kommen. Wir sind immer ein freier und hochangesehener Staat gewesen, und jene Schwerfälligkeit bedeutet in der Tat nichts weiter als eine vorsichtige und besonnene Politik. Denn ihr verdanken wir, daß nur wir im Glück nicht übermütig werden und im Unglück nicht so leicht wie andere verzagen. Will man uns durch Schmeichelei zu gefährlichen Unternehmungen ver locken, so lassen wir uns nicht aus Eitelkeit gegen unsere bessere Überzeugung fortreißen, und wenn man uns durch spöttische Bemerkungen dazu reizen wollte, so würde uns das ebensowenig rühren, und wir würden auch damit nicht zu haben sein. Wir stehen unseren Mann im Kriege wie im Rate, und das verdanken wir unserer strengen Mannszucht. Jenes, weil Ehrgefühl mit guter Zucht, Ehrgefühl aber mit Tapferkeit aufs engste zusammenhängt, dieses, weil man uns nicht durch Überbildung dazu erzieht, die Gesetze zu verachten, sondern uns durch strenge Zucht von Jugend auf daran ge wöhnt, ihnen zu gehorchen. Wir verstehen uns nicht genug aufbrot lose Künste, um erst in wohlgesetzten Reden über die verkehrten Maßregeln des Feindes den Stab zu brechen und dann doch, wenn es zum Klappen kommt, nicht draufzugehen. Wir halten andere auch nicht für dümmer als uns und glauben nicht, daß man sich den Verlauf der Dinge im voraus an den Fingern abzählen könne. Bei unseren Vorbereitungen zum Kriege müssen wir immer davon ausgehen, daß wir es mit einem Gegner zu tun haben, der seine Sache versteht. Man darf seine Rechnung nie auf die Fehler des Gegners machen, sondern sich nur auf seine eigene Schlagfertigkeit verlassen. Glaubt nur, die Menschen sind an sich nicht so sehr voneinander ver schieden; die aber bringen es am weitesten, in denen man die notwendigsten Fähigkeiten ausgebildet hat.