Kitap 2
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„Diese Tapferen haben ihre Schuldigkeit getan, indem sie für die Stadt ihr Leben ließen. Mögen die Überlebenden immerhin wünschen, daß es ihnen nicht auch das Leben kostet, darum aber doch nicht minder entschlossen sein, es mutig gegen den Landesfeind einzusetzen. Wozu, - das braucht ihr euch von einem Redner, der das nicht besser weiß als ihr, durch einen Vortrag über den Nutzen der Tapferkeit nicht erst aus einandersetzen zu lassen; nein, macht nur die Augen auf, um euch tagtäglich von der Macht und Schönheit unserer Stadt zu überzeugen und euch recht eigentlich in sie zu verlieben. Und wenn ihr euch dann ihrer Größe freut, so vergeßt nicht, daß kühne und von Ehrgefühl beseelte Männer, welche wußten, waS ihre Schuldigkeit war, uns das zuwege gebracht haben, Männer, die nicht nach jedem Mißerfolg den Mut sinken ließen, sondern immer wieder bereit waren, ihr Leben auf dem Altar des Vaterlandes zu opfern. Dafür aber, daß sie ihr Leben fürs Vaterland hingegeben haben, ist ihnen denn auch unsterb licher Ruhm und das herrlichste Grabmal zuteil geworden, nicht hier, mein' ich, wo sie beigesetzt worden sind, sondern überall da, wo ihr Ruhm fortlebt und sich ein Anlaß bietet, ihrer durch Wort oder Tat zu gedenken. Denn das Grabmal be rühmter Männer sind alle Lande, und nicht nur in der Heimat kündet die Inschrift auf dem Grabstein ihren Ruhm, sondern auch in der Fremde bleibt, wenn nicht ihre Tat, so doch ihr Mut auch ungeschrieben bei jedermann in lebendigem Ge dächtnis. Sie also nehmt euch zum Beispiel; erblickt auch ihr das Glück in der Freiheit, die Freiheit in der Tapferkeit, und steht auch ihr euren Mann, wenn euch von Feinden Gefahr droht! Denn wo man nur ein kümmerliches Dasein führt und nichts Besseres zu hoffen hat, hat man auch keinen Grund, sein Leben in die Schanze zu schlagen, wohl aber da, wo man bei einem Umschwung der Dinge was zu verlieren hat und ein unglücklicher Krieg so viel ausmacht. Dem Mutigen ist feige Jämmerlichkeit schmerzlicher als der Tod, den er im Hochgefühl der Kraft und in der Freudigkeit des Sieges als kein Übel empfindet.