Kitap 2
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„Darum will ich auch euch, die hier anwesenden Eltern dieser Tapferen, nicht beklagen, sondern zu trösten suchen. Glück und Unglück, das wißt ihr, wechseln beständig im menschlichen Leben; glücklich, wem ein so schönes Ende wie ihnen oder eine so edle Trauer wie euch zuteil wird, wem nach einem glück lichen Leben auch ein glücklicher Tod beschieden ist. Ich weiß, es ist schwer, euch über einen Verlust zu trösten, an den ihr, wenn ihr andere ein Glück genießen seht, dessen ihr euch einst auch freuen durftet, immer von neuem erinnert werdet. Ein Glück, das man nie gekannt, zu entbehren, tut nicht weh, weh aber, ein Glück zu verlieren, an das man gewöhnt war. Wer von euch noch in dem Alter ist, daß er auf Kinder hoffen kann, mag sich an solcher Hoffnung aufrichten. Die neuen Kinder werden den Eltern ein Trost für die verlorenen sein, die Stadt aber wird davon den doppelten Vorteil haben, daß sie an Bürgern nicht ärmer wird und an Sicherheit gewinnt. Wer nicht selbst auch Kinder zu verlieren hat, dem wird da, wo es sich um Fragen des Gemeinwohls handelt, auch das volle Ver ständnis für die Gefühle und Interessen seiner Mitbürger fehlen. Ihr aber, die ihr über dies Alter hinaus seid, freut euch, daß ihr den größten Teil eures Lebens glücklich gewesen seid, und daß es bald mit euern Tagen zur Neige geht, und zehrt hinfort vom Ruhme eurer Söhne; denn nur der Ehrgeiz altert nicht, und das, woran sich das tatenlose Alter am meisten freut, ist nicht, wie man wohl behauptet, das Geld, sondern die Ehre.