Kitap 2
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Dies war im Ganzen die Art der Krankheit, um von vielen andern seltsamen Dingen zu schweigen, die dabei vorzugsweise dem Einen oder dem Anderen zustießen. Zu gleicher Zeit hatte man von den sonst gewöhnlichen Krankheiten Nichts zu leiden, und wenn etwas der Art vorkam, so schlug es in jene um. Es starben aber wie die, denen es an Pflege mangelte, so auch die mit aller Sorgfalt Gevflea« ThukydideZ. II. 12 430 v. Chr. ten. Es gab auch nicht cm besonderes Heilmittel, von dem man sagen konnte, daß sein Gebrauch hätte nützen müssen; denn was dem Einen nützte, erwies sich dem Andern schädlich. Die Leibesbeschaffcnheit für sich genommen, war es ganz gleichgültig, ob Einer kräftig war oder schwächlich, sondern Alles ohne Unterschied raffte die Seuche dahin, ob sich nun Einer so oder so behandeln ließ. Das Furchtbarste dabei war aber die Muthlosigkeit, wann sich Einer von dem Uebel ergriffen fühlte, — dein dann überließ man sich allsogleich der Hoffnungslosigkeit, gab sich über Gebühr selbst auf und leistete keinen Widerstand, — und daß, Einer durch die Pflege des Andern angesteckt, die Menschen dahinstarben wie die Schafe. Das war es, was den stärksten Verlust verursachte. Denn wenn man aus Furcht sich den Andern zu nähern vermied, so gingen diese in ihrer Verlassenheit zu Grunde, wie denn viele Häuser aus Mangel an Wärtern ganz ausgestorben waren. Wer aber sich jenen näherte, ging auch zu Grunde, und besonders die, welche den Tugendpflichten ein Genüge leisten wollten; denn aus Scham schonten sie sich selbst nicht und besuchten ihre Freunde, da auch die nächsten Anverwandten, überwältigt von dem endlosen Elende, des Klagens über die Gestorbenen müde wurden. Größeres Mitleid aber, mit den Gestorbenen sowohl wie mit den noch Leidenden, hatten die Geretteten, weil sie das Uebel kannten und sich selbst bereits in Sicherheit wußten. Denn zum zweiten Male befiel Keinen die Krankheit so, daß er daran gestorben wäre. Und die Andern und sie selbst priesen sich glücklich, vor großer Freude über die Gegenwart sowohl, als auch weil sie der Hoffnung lebten, daß ihnen nun vielleicht keine Krankheit mehr tödtlich werden könnte.