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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 2

58 Noch in demselben Sommer übernahmen Hagnon, NikiaS' Sohn, und Theopompos, Kleinias' Sohn, Perikles' Mitfeld­ herren, den Oberbefehl über dessen Heer und Flotte und fuhren damit nach der thrakischen Küste zum Kriege gegen die Chalkidier und Potidäa, das noch immer belagert wurde. Dort ange­ kommen, führten sie ihr Geschütz gegen Potidäa auf und ver­ suchten es auf jede Weise zur Übergabe zu bringen. Sie ver­ mochten es aber weder zu nehmen noch überhaupt Erfolge zu erringen, welche der Mühe wert gewesen wären. Denn auch hier machte die Pest, die sie mitgebracht, den Athenern große Not und räumte unter ihnen furchtbar auf, ja selbst ihre zuerst dorthin geschickten, bis dahin gesund gebliebenen Mann­ schaften wurden jetzt von Hagnons Truppen angesteckt. Phor­ mion mit seinen sechzehnhundert Mann war damals schon nicht mehr in Chalkidike. So kehrte auch Hagnon mit seiner Flotte nach Athen zurück, nachdem er von seinen viertausend Hopliten in etwa vierzig Tagen fünfzehnhundert an der Pest verloren hatte. Das alte Heer aber blieb da und setzte die Belagerung fort.
59 Nach dem zweiten Einfall der Peloponnesier, bei dem ihr Land nun schon zum zweitenmal verwüstet und die Pest noch dazugekommen war, schlug die Stimmung der Athener um. Sie schalten auf Perikles, der ihnen zum Kriege geraten und all ihr Unglück verschuldet habe, und sehnten sich nach Frieden mit den Lakedämoniern. Auch schickten sie mal Gesandte an sie, die aber unverrichteter Sache zurückkamen. Nun zogen sie, völlig ratlos, wie sie waren, über Perikles her. Als der sah, daß sie, wie er das freilich nicht anders erwartet hatte, so schwer an ihrem jetzigen Zustande trugen, berief er, da er noch Feldherr war, eine Versammlung, um ihnen Mut einzusprechen, ihren Zorn zu beschwichtigen und sie überhaupt zu beruhigen, in der er auftrat und folgende Rede hielt:

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