Kitap 2
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430 v. Chr. „Kommen wird einstmals dorischer Krieg lind mit ihm die Seuche." Hierüber entstand nun ein Streit unter den Leuten, es habe in dem von den Alten überlieferten Wahrspruch nicht geheißen „die Seuche" (loimos), sondern „der Hunger" (liinos); unter den gegenwärtigen Umständen siegte aber natürlich die Meinung, es habe geheißen, „die Seuche." Denn das Gedächtnis; der Menschen war willig, sich nach tem gegenwärtigen Leiden zu richten, und ich glaube, wenn später wieder einmal ein dorischer Krieg käme und dabei eine Hungersnoth ansbräche, so würde man ganz gewiß die Weissagung danach zustutzen. Wem aber die Sache bekannt war, der erinnerte sich auch des den Lakedämoniern gegebenen Götterspruches, als ihnen damals, da sie den Gott befragten, ob sie den Krieg anfangen sollten oder nicht, zur Antwort wurde: wer mit Macht den Krieg betreibe, dessen werde der Sieg sein, und dem werde auch der Gott selbst beistehen; — und diese urtheilten nun, daß das Eingetroffene der Weissagung ganz entspreche, denn gleich nach dem Einfalle der Peloponnesier fing auch die Seuche an, und im Peloponnes trat sie nicht so auf, daß es der Rede werth gewesen wäre, sondern wüthete grade am ärgsten in Athen, und dann später auch in den volkreichsten anderen Städten. Das ist's, was von der Pest zu berichten war.
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Die Peloponnesier nun, nachdem sie das flache Land verwüstet, zogen sich nach der Landschaft, welche das Seeland genannt wird, bis nach Laurion hinab, wo die Athener ihre Silbergruben haben, und verheerten zuerst die Seite, welche gegen den Peloponnes hin schaut, und dann die, welche gegen Enböa und Andros gekehrt ist. Perikles aber, der auch für dies Jahr Feldherr war, blieb bei seiner Meinung, daß die Athener nicht aus der Stadt gehen dürften, um jene anzugreifen, wie auch während des ersten Einsalles.