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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 2

62 „Und eure Furcht, es könnte uns mit den Lasten des Krieges zu viel werden, und wir würden ihn schließlich nicht durchhalten, - so sollte euch eigentlich genügen, was ich euch schon wiederholt über die Grundlosigkeit solcher Befürchtungen gesagt habe. Ich will jedoch noch einen Punkt hervorheben, den ihr anshceinend niemals in Betracht gezogen habt, und den auch ich früher noch nicht erwähnt habe, ich meine die Größe eurer wirklichen Macht. Und wenn ich euch nicht so entsetzlich niedergeschlagen sähe, würde ich das auch heute nicht tun, da es immer etwas nach Prahlerei aussieht. Ihr glaubt, daß ihr nur über eure Bundesgenossen herrscht; ich aber sage, daß ihr von den beiden Hälften der Erdoberfläche, die dem Menschen für seine Zwecke zu Gebote tsehen, von Land und See nämlich, die eine ganz und gar beherrscht, nicht nur so weit ihr sie schon jetzt mit euren Flotten befahrt, sondern auch darüber hinaus, so weit ihr nur wollt. Es gibt zurzeit niemand, der euch die Herrschaft zur See streitig machen könnte, weder einen König noch irgendein Volk. Was wollen denn dieser eurer Macht gegenüber die paar Häuser und Felder besagen, deren Verlust ihr so schmerzlich empfindet? Darum dürfen wir ihn nicht zu schwer nehmen und im Vergleich mit ihr diese Dinge nicht viel anders ansehen als etwa ein Gärtchen oder einen Luxus­ gegenstand, und bedenken, daß wir uns das, wenn wir glück­ lich durchkommen und uns behaupten, alles leicht wieder an­ schaffen können, während uns die Fremdherrschaft auch die Freude an dem früheren Besitz vergällen würde. Unseren Vätern wurde auch nicht alles ohne weiteres zuteil, sondern sie haben es im Schweiße ihres Angesichts selbst erworben und es dann auch weiterhin zusammengehalten und uns hinter­ lassen, und in beider Hinsicht gilt es zu zeigen, daß wir nicht schlechter sind als sie. Die Macht, die man hat, nicht be­ haupten zu können, ist schimpflicher als ein mißglückte? Versuch, sie zu erwerben. Den Feinden aber müssen wir nicht nur mit Selbstvertrauen, sondern auch mit Verachtung begegnen. Prahlen kann schließlich jeder Lump, der bei aller Dummheit mal Glück gehabt und den Hals nicht gebrochen hat; den Feind verachtet aber nur, wer sich seiner moralishcen Überlegenheit über ihn bewußt ist, und das ist unser Fall. Das Bewußtsein solcher Überlegenheit macht auch bei gleichem Glück den Mut unerschütterlicher; da gibt man sich keinen trügerischen Hofs­ nungen hin, sondern rechnet mit den vorhandenen Mitteln, auf die man sich verlassen kann.

Pusula

Üyelik

Dil ve Tema

Dil Seçimi
TR EN
Tema Seçimi