Kitap 2
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„Ihr aber laßt euch von so denkenden Mitbürgern nicht zum Narren halten und hegt keinen Unwillen gegen mich, — denn ihr selbst habt mit mir den Krieg beschlossen, — wenn auch die Feinde eingefallen sind und gethan haben, was zu erwarten stand, da ihr ihnen einmal nicht nachgeben wolltet. Es ist aber über unsere Erwartung auch noch diese Seuche hinzugekommen, das Einzige, was uns in schrecklicherer Art betroffen hat, als wir Alle voraussehen konnten; und ich weiß, daß ich von einem Theil eben deshalb noch mehr gehaßt werde; aber nicht mit Recht, ihr müßtet denn auch das mir zuschreiben, wenn euch gegen Erwarten irgend ein Glück zu Theil wird. Was von den Göttern kommt, muß man mit Ergebenheit, was von den Feinden kommt, mannhaft ertragen. So wenigstens 430 v. Chr. war es früher in dieser Stadt Sitte, und ihr wollt es doch nicht ab« stellen? Bedeutet, daß sie unter allen Menschen den größten Namen hat, weil sie dein Unglücke nie gewichen ist; daß sie im Kriege an Menschenleben und Anstrengungen die größten Opfer gebracht hat, und bis auf diesen Tag eine Macht erworben, deren Andenken bei den Nachkommenden nie erlöschen wird, auch wenn mir jetzt einmal etwas zurückgehen sollten, denn Alles, was entstanden ist, muß ja auch einmal niedergehen. Wir sind es, die unter den Hellenen über die größte Zahl von Hellenen geherrscht und in den schwersten Kriegen der Gesammtheit wie den Einzelnen widerstanden haben, und so haben wir diese Stadt, die wir bewohnen, in allen Stücken zur blühendsten und größten gemacht. Das Alles mag freilich der tadeln, der die Thätigkeit für den Uebel halt; wer aber etwas ausrichten will, der wird uns selbst nacheifern, und wer im Erwerben nicht so glücklich ist, der wird uns beneiden. Daß wir aber gehaßt und scheel angesehen werden unter den jetzigen Umständen, das ist das Loos noch Aller gewesen, die je über Andere zu herrschen wünshcten. Wer aber um die größten Dinge Neid auf sich nimmt, der hat das Rechte gewählt; denn Haß dauert nicht lange aus, der gegenwärtige Glanz aber und der zukünftige Ruhm lebt ewig im Gedächtniß der Menshcen. Ihr also bedenket voraus, was in der Zukunft euch Ruhm und für die Gegenwart keine Schande bringt, und nach beiden strebet jetzt schon mit allem Eifer. Mit den Lakedämoniern fanget keine Unterhandlungen an, noch dürst ihr zeigen, daß die gegenwärtigen Unfälle euch niederdrücken; denn wer vom Unglück den Muth sich am wenigsten bengen läßt und ihm mit der That am kräftigsten widerstrebt, die sind unter Staaten und unter Bürgern die besten."