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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 2

70 In diesem Winter konnten sich die Potidäer nicht länger halten, da die Athener trotz der Einfälle der Peloponnesier in Attika die Belagerung nichts aufgegeben hatten und die Lebens­ mittel ihnen ausgingen, so daß sie gezwungen waren, den Hunger auf jede Weise zu stillen, und sogar anfingen, sich untereinander aufzufressen. Sie erklärten sich deshalb den Befehlshabern des athenischen Belagerungsheeres, .Lenophon, Euripides' Sohn, Hestiodoros, Aristikteides' Sohn, und Phano­ machos, Kallimachos' Sohn, gegenüber bereit, über eine Kapi­ tulation zu verhandeln, und diese gingen darauf auch ein, da sie sahen, welchen Beschwerden ihre Leute in dem dortigen Winter ausgesetzt waren und die Athener bereits zweitausend Talente für die Belagerung ausgegeben hatten. So wurde denn ein Abkommen geschlossen, wonach den Einwohnern und ihren Verbündeten freier Abzug mit Weib und Kind gewährt wurde und jeder ein Kleid, die Weiber zwei, und ein be­ stimmtes Reisegeld mitnehmen durfte. Auf Grund dieses Ver­ trags zogen sie ab, um sich in Chalkidike oder sonstwo ein Unterkommen zu suchen. In Athen aber war man unzufrieden mit den Feldherren, da man darauf gerechnet, die Stadt würde sich auf Gnade und Ungnade ergeben müssen. Später schickten die Athener dann selbst Ansiedler nach Potidäa und machten es zur athenischen Kolonie. Das waren die Ereignisse dieses Winters, und damit endete das zweite Jahr des Krieges, den Thukydides beschrieben hat.

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