Kitap 2
79
In demselben Sommer, gleichzeitig mit der Unternehmuug gegen Platää, zogen die Athener, als das Korn zur Reife stand, mit zweitausend ihrer Hopliten und zweihundert Reitern gegen die Chalkidier in Vorderthrakien und die Bottiaier zu Felde. Xenophon, Euripides' Sohn, selbdritter, befehligte sie. Sie rückten vor Spartolos im Lande der Bottiaier und verwüsteten die Kornfelder. Anscheinend war auch eine Partei in der Stadt geneigt, sie ihnen zu übergeben; die Gegenpartei aber wandte sich um Hilfe nach Olynth, worauf die Stadt von dort mit Hopliten und anderen Truppen besetzt wurde. Bei einem Ausfall der Besatzung aus Spartolos kam es unmittelbar vor der Stadt mit den Athenern zur Schlacht, in der die chalkidischen Hopliten und eine Anzahl ihrer Hilfstruppen von den Athenern geschlagen und zum Rückzüge in die Stadt ge nötigt wurden. Die chalkidischen Reiter und Leichtbewaffneten in Verein mit einer Anzahl Peltasten aus dem sogenannten Krusischen Lande aber lieferten ein glückliches Gefecht gegen die Reiter und Leichtbewaffneten der Athener. Gleich nach dem Gefecht trafen aus Olynth noch andere Peltasten bei ihnen ein, und als die Leichten aus Spartolos das sahen, griffen sie, durch den Zuzug und ihren vorher errungenen Sieg ermutigt, mit der chalkidischen Reiterei und den eben einge troffenen frischen Kräften die Athener von neuem an, die sich nun auf ihre beim Troß zurückgelassenen beiden Abteilungen zurückzogen. So oft die Athener einen Vorstoß machten, wichen die Gegner aus; wenn sie aber wieder zurückgingen, waren diese gleich hinter ihnen her und beschossen sie mit ihren Speeren. Die chalkidischen Reiter, die sie dabei ständig um schwärmten und bei jeder Gelegenheit in sie einsprengten, wurden den Athenern besonders gefährlich, trieben sie dann auch in die Flucht und verfolgten sie eine Strecke weit. Die Athener flüchteten sich nach Potidäa, erwirkten nachher einen Waffenstillstand zur Bestattung ihrer Toten und kehrten darauf mit dem Reste ihres Heeres nach Athen zurück. Athener waren vierhundertdreißig geblieben, darunter sämtliche Feldherren. Die Chalkidier und Bottiaier aber errichteten ein Siegeszeichen und bestatteten ihre Toten. Darauf gingen sie auseinander und alle nach Hause.