Kitap 2
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Als die Akarnanier erfuhren, daß ein starkes Landheer eingefallen und auch eine feindliche Flotte zu erwarten sei, eilten sie sich einander nicht zu Hülfe, sondern vertheidigten eine jede Gemeinde sich selbst und sandten indessen zu Phormio mit der Bitte, er möge zu Hülse kommen. Dieser aber ließ sagen, er könne jetzt unmöglich Naupaktos unbeschützt lassen, da eine Flotte von Korinth abzusegeln im 22) Vgl. II. 69.. 429 Chr, Begriffe sei. Die Peloponnesier nun und ihre Bundesgenossen marschirten in drei getrennten Abtheilungen gegen die Stadt der Stratier, um in der Nähe ein Lager zu schlagen und, wenn dieselben nicht gütlich mit sich reden ließen, die Festigkeit ihres Ortes ernstlich zu erproben. In der Mitte marshcirten die Chaoner und die übrigen Barbaren, rechts von ihnen die Leukadier, Anaktorier und wer mit ihnen war, und links Knemos mit den Peloponnesiern und Amprakioten. Diese Abtheilungen trennten große Zwishcenränme, und manchmal konnten sie sich einander gar nicht sehen. Die Hellenen nun marshcirten in Reih und Glied und mit aller Vorsicht, <>is sie an einem geeigneten Orte ihr Lager geschlagen haben würden. Die Chaoner aber, voller Selbstzuversicht, wie sie denn auch unter den dortigen Festländern für die streitbarsten gehalten werden, brachten es nicht über sich, erst ein Lager zu schlagen, sondern stürzten mit den andern Barbaren eiligst vorwärts, in dem Glauben, sie würden die Stadt im ersten Anschrei nehmen und sie allein den Ruhm davon haben. Die Stratier aber erhielten davon Wind und dachten, wenn sie über diesen vereinzelten Haufen gesiegt hätten, so würden die Hellenen nicht mehr gleich muthig gegen sie vorgehen. Deshalb legten sie in der Umgebung der Stadt Hinterhalte, und als jene nahe genug waren, rückten sie zu gleicher Zeit aus der Stadt heran und brachen aus den Hinterhalten hervor. Da hiedurch die Chaoner in Verwirrung geriethen, so verloren sie viele von ihren Leuten, und als die andern Barbaren sie weichen sahen, so hielten sie nicht mehr Stand, und Alles wandte sich zur Flucht. Von diesem Gefechte hatte keine der beiden hellenischen Abtheilungen etwas gemerkt, weil die Barbaren zu sehr vorausgeeilt waren nnd die Hellenen glaubten, jene beeilten sich, um ein Lager zu schlagen. Da aber jetzt die Barbaren fliehend herbeistürzten, so nahmen sie dieselben aus, vereinigten ihr Lager und blieben den Tag über ruhig an jenem Orte stehen, da die Stratier nicht mit ihnen handgemein wurden, weil die übrigen akarnanischen Hülsstruppen noch nicht zu ihnen gestoßen waren. Doch beunruhigten jene sehr durch Schleuderwürfe aus der Ferne und brachten sie dadurch in große Verlegenheit, da sie ohne volle Waffenrüstung sich nicht vom Fleck entfernen dursten. Denn die Akarnanier werden für die geschicktesten Schleuderer gehalten.