Kitap 2
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Nun schickten die Lakedämonier dem Knemos als Beistände auf die Schiffe den Timokrates, Brasidas und Lykophron mit dem Befehl, ein zweites, glücklicheres Seetreffen zu veranstalten und nicht vor so wenigen Schiffen die See zu räumen. Denn sowohl aus andern Gründen, als auch weil sie sich jetzt zum erstenmale in einem Seekampfe versucht hatten, schien ihnen das Ganze höchst ausfallend, und sie glaubten nicht sowohl, daß ihre Flotte eben deswegen den kürzeren gezogen, sondern weil Feigheit im Spiele gewesen sein müsse; die vieljährige Erfahrung der Athener gegenüber ihrer eigenen Unersahrenheit bei ihrer geringen Uebung brachten sie nicht in Anschlag. In ihrem Unwillen also schickten sie jene ab. Nach ihrer Ankunft bei Knemos legten sie den einzelnen Städten eine Schiffslieserung auf und ließen die bereits vorhandenen zum Seekampf tüchtig machen. Es sandte aber auch Phormio nach Athen sowohl die Meldung von den Rüstungen jener, als auch den Bericht über seinen Seesieg und bat, ihm in Bälde eine möglichst große Zahl von Schiffen zu senden, da er jeden Tag einer Seeschlacht gewärtig sein müsse. Diese schickten ihm auch zwanzig Schiffe, gaben aber ihrem Anführer den Befehl, erst aus Kreta zu landen. Ihr Gastfreund, der Gortynier Nikias auf Kreta, nämlich hatte sie überredet, eine Landung gegen Kydonia zu unternehmen, mit dem Versprechen, diese ihnen feindlich gesinnte Stadt ihnen in die Hände zu liefern. In der That aber veranlaßte er sie hiezu den Polichnitern zu gefallen, den Gränznachbarn der Kydonier. Jener Anführer nun kam mit den zwanzig Schiffen nach Kreta und verheerte im Vereine mit den Polichnitern das Gebiet der Kydonier, mußte aber dann wegen der Stürme und Unsee geraume Zeit da« selbst verweilen.