Kitap 2
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Die Athener in Naupaktos aber unternahmen, nachdem die Flotte der Peloponnesier sich aufgelöst hatte, im Laufe des Winters unter Anführung des Phormio zur See einen Zug nach Astakos, landeten, drangen mit vierhundert athenischen Schwerbewaffneten von den Schiffen und vierhundert Mesfeniern in das Innere des Landes, trieben in Stratos, Koronta und den andern Plätzen diejenigen Bürger aus, denen sie nicht trauen zu dürfen glaubten, und kehrten dann, nachdem sie den Kynes, des Theolytos Sohn, nach Koronta zurückgeführt hatten, wieder auf ihre Schiffe zurück. Gegen Oiniadä nämlich, welches allein unter allen Akarnanern ihnen immer feindselig gewesen war, schien ein Zug des vorgerückten Winters wegen nicht mehr thunlich. Denn der Acheloos-Fluß, der vom Pindos herab durch Dolopia, das Gebiet der Agräer und Amphilocher und die Akarnanische Ebene fließt, dann seinen Lauf an der Stadt Stratos vorüber nimmt und bei Oiniadä sich in's Meer ergießt, indem er rings um die Stadt Seen bildet, macht des Wassers wegen einen Winterfeldzug schwierig. Es liegen auch von den Echinadischen Inseln die meisten Oiniadä grade gegenüber, dicht vor den Mündungen des Acheloos, so daß der Fluß, wenn das Wasser groß ist, fort und fort Land anschwemmt, und einige dieser Inseln sind bereits zum Festlande geworden, und wahrscheinlich wird es in nicht langer Zeit allen übrigen ebenso gehen. Denn die Strömung ist mächtig, wasserreich und schlammig, die Inseln 429 v. Chr. aber liegen dicht bei einander und halten zusammen das angeschwemmte Erdreich auf, so daß es sich nicht zerstreuen kann, weil sie quer vor dem Flusse und nicht in einer Linie mit demselben liegen und dem Wasser keinen graden Weg in's Meer lassen. Sie sind aber unbewohnt und von geringem Umfange. Es wird auch erzählt, daß Apollo dem Alkmäon, dem Sohne des Amphiaraos, als er nach dem Morde seiner Mutter umherirrte, durch einen Orakelspruch befohlen habe, dieses Land zu bewohnen; denn, sagte er, keine Heilung seiner Gewissensqual gäbe es, bevor er sich nicht ein Land zur Wohnung gefunden, welches noch nicht von der Sonne beschienen worden und noch nicht Land gewesen sei, als er die Mutter tödtete; alle übrige Erde sei durch ihn verunreinigt. Er aber in seiner Drangsal, erzählen sie, fand nur mit Mühe diese Anschwemmung des Acheloos, und es schien ihm, seitdem er nach dem Morde der Mutter so lange umhergeirrt, genug Land angewahcsen zu sein, um als einzelner Mann darauf wohnen zu können. So siedelte er sich denn an und gewann die Herrschaft über die Gegend um Oiniadä und hinterließ von seinem Sohne Akarnan dem Lande die Benennung. So wird uns die Sage vom Alkmäon überliefert.