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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 3

16 Da nun die Athener merkten, daß jene aus Geringschätzung ihrer Schwäche solhce Rüstungen betrieben, so wollten sie ihnen doch zeigen, daß sie sich in ihrem Urtheil getäuscht hätten, und daß sie selbst wohl im Stande seien, sich der vom Peloponnes ansegelnden Flotte zu erwehren, auch ohne ihre Schiffe von Lesbos wegzuziehen. Sie bemannten also aus ihrer eigenen Bürgerschaft, die Ritter und Pentakosiomedimnen ausgenommen, und aus ihren Beisitzern '') hun­ 11) Die gesammte athenische Bürgerschaft war durch Solon in vier Steuer- klassen eingetheilt worden: l) die Pentakosiomedimnen, d. h. solche, die auf eigenem Boden über 500 Medimnen (1 Med. 2K30 Par. Cub.Zoll) trockenen, oder 500 Metreten (I Metr. 1SS0 Pan Cub.Zoll) nassen Produktes zogen und versteuerten, was einem Versteuerungskapital von mindestens 1 Talente — 1375 pr. Thlr. entspricht); 2) die Hippeis d.i^Ritter versteuerten über 300 Medimnen, d. i. mehr als 3000 Drachmen (die Dr. — 5 Ggr. K Ps.); 3) die Zeugiten d. i. die noch ein Gespann von Zugthieren halten können, versteuerten über 150 Medimnen, d. i. mehr als 1000 Drachmen; 4) die Thetes, waren steuerfrei, dafür aber auch von Aemtern und Würden ausgeschlossen. — Die Metöken d.i. Beisitzer ohne Bürgerrecht, jedoch durch Vermittlung eines Bürgers, des ProstateS, des gesetzlichen Schutzes genießend, zahlten jährlich IS Drachmen, wobei die Familie inbegriffen ist; einzelne Frauenzimmer K Drachmen. Wer diese Summe nicht entrichtete, wurde als Sklave verkauft. — Im Jahr 3 78 v. Chr. wurde unter dem Archon Naus inikos eine neue Schätzung eingeführt, welche auch das bewegliche Vermögen veranschlagte und einen Theil des Gesammtvermögens als zu versteuerndes Kapital bestimmte. Die höchste Klasse mußte den fünften Theil des Gesammtvermögens versteuern, so Demosthenes, der 15 Talente besaß, 3 Talente; jede folgende einen geringeren Theil. Dazu kamen aber noch andere Leistungen für die Reicheren. Jeder Bürger, der drei Talente oder darüber besaß, kam regelmäßig ein Jahr um das andere an die Reihe, die Kosten einer Leiturgie zu tragen. Die ordentlichen d. i. die regelmäßig wiederkehrenden Leiturgie n waren: 1) die Chöre gie d. i. Besorgung deS Chors für Tragödie, Komödie, Satyrspiel, festliche Aufzüge u. f. w., bestehend in Ausbringung des Personals für Gesang, Musik und Tanz, Besoldung des Lehrers, Stellung von Gewand und Schmuck u. s. w., was 2000 — 3000 Drachmen ausmachte. 2) Die Ohmnasiarchie, Bezahlung und Verköstigung der Wettkämpfer zu einem Fest. Die theuerste war die Lainpadarchie, d. i. Besorgung eines Wettlausä mit Fackeln. 3) Hestiasis, Bewirthung der Stammgenossen d. i. von ungesähr 2000 Gästen, die derselben Phyle, Stammsamilie, angehörten. 4) Die der! Schiffe, gingen damit unter Segel und zeigten sich beim Isthmos 428 v. Chr. und landeten am Peloponnes, wo es ihnen beliebte. Da sahen diel Lakedämonier, wie sehr sie sich getäuscht hatten, und meinten nun, die Lesbier hätten ihnen die Wahrheit nicht gesagt, nnd da sie die Sachlage für sehr schwierig hielten, so kehrten sie nach Hause zurück, zumal auch die Bundesgenossen nicht zur Stelle waren und überdies; gemeldet wurde, daß auch.die in den peloponnesischen Gewässern befindlichen dreißig Schiffe der Athener die Landschaften in der Nähe ' ihrer Stadt verheerten. Später rüsteten sie dann eine Flotte, um sie nach Lesbos zu schicken, und schrieben bei den Städten eine Anzahl von vierzig Schiffen ans und machten den Alkiadas zum Admiral über dieselben, der die Fahrt dorthin unternehmen sollte. Inzwischen waren auch die Athener mit ihren Schiffen nach Hause gegangen, da sie auch jene hatten abziehen sehen.

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