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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 3

36 Als diese Männer und Saläthos angekommen waren, ließen die Athener den Saläthos sogleich hinrichten, obwohl er manche Versprechungen machte, neben Anderem auch, daß er die Peloponnesier zum Abzug von Platäa bewegen wolle; denn diese Stadt wurde immer noch belagert. Wegen der Mytilenäer aber berathschlagten sie erst, und in ihrer Erbitterung faßten sie Beschluß, nicht nur die nach Athen Gebrachten, sondern Alles in Mytilene, was die mann- baren Jahre erreicht habe, hinzurichten, Weiber und Kinder aber zu Sklaven zu machen. Dabei machten sie ihnen nicht nur zum besondern Vorwurf, daß sie überhaupt abgefallen, obfchon sie die Herrschaft der Athener nicht in der Art wie die Uebrigen zu ertragen hatten ^), sondern es war besonders das Erscheinen der peloponnesischen Schiffe in den Ionischen Gewässern, was ihre Aufregung vermehrte, die auf eigene Gefahr es gewagt hätten, jenen zu Hülfe zu kommen 23). Denn daraus schien hervorzugehen, daß der Abfall von 22) Weil sie eben nur Steuern zu zahlen hatten, ohne ihre Autonomie eingebüßt zu haben. Vgl. Anm. 8. 23) Das Erscheinen der peloponnesischen Flotte in den ionischen Gewässern war für die Athener ein höchst überraschender Wink, daß ihre Seeherrschast nicht gerade unerschütterlich fest begründet sei; ind dieß mußte einen ähnlichen Ein- 427 v. Chr. langer Hand vorbereitet sei. Zur Uebermachung des Beschlusses schickten sie dann einen Dreiruderer an den Paches und befahlen ihm, mit den Mytilenäern so rasch wie möglich ein Ende zu machen. Am folgenden Tage schon faßte sie indeß eine gewisse Reue, und sie besannen sich, es sei doch ein unmenschlicher Beschluß und es wolle viel heißen, eine ganze Stadt zu verderben und nicht die Schuldigen allein. Als dieß die anwesenden Gesandten der Mytilenäer und ihre Freunde unter den Athenern merkten, so bearbeiteten sie die Staats- beamten, die Sache nochmals zur Abstimmung bringen zu lassen, und sie überredeten sie dazu um so leichter, da es auch ihnen selbst deutlich geworden war, daß es die Mehrzahl der Bürger gern sehe, wenn ihnen jemand die Möglichkeit biete, die Sache nochmals zu berathen. Als nun die Volksversammlung allsogleich zusammenberufen worden und Verschiedene, ein Jeder seine Meinung darlegten, so trat auch Kleon, des Kleänetos Sohn, wieder auf, der schon das erste Mal das Todesurtheil durchgesetzt hatte, übrigens auch sonst der Gewaltthätigste unter den Bürgern war und das Vertrauen des Volks wie kein Anderer damals besaß, und redete also:

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