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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 3

75 Des folgenden Tags kam Nikostratos, des Diitrephes Sohn, der Athener Feldherr, von Naupaktos aus zu Hülse mit zwölf Schiffen und fünfhundert meffenifchen Schwerbewaffneten. Dieser suchte einen Vergleich zwischen ihnen zu Stande zu bringen und überredete sie, sich unter einander dahin zu einigen, daß sie die zehn schuldigsten Männer, die ohnedieß schon geflüchtet waren, verurtheilen, sonst aber sich unter einander verpflichten wollten, jeden andern ruhig da wohnen zu lassen, und gegen die Athener Feind und Freund mit ihnen gemeinsam zu haben. Da er dieß nun zu Wege gebracht hatte, so wollte er wiederum absegeln; aber die Vorsteher des Volkes beredeten ihn, von seinen eigenen Schiffen ihnen fünf da zu lassen, damit sich die Gegner um so weniger rühren möchten; sie wollten ihm dafür eben so viel von ihren eigenen bemannen und mitgeben. Als er nun seine Einwilligung gab, so wählten sie die Bemannung der Schiffe auS ihren Gegnern. Diese fürchteten jedoch, sie möchten nach Athen geschickt werden, und setzten sich als Schutzflehende in den Tempel der Dioskuren. Nikostratos hieß sie aufstehen und gutes Muthes sein, da sie sich aber nicht zureden ließen, so griff das Volk zu den Waffen mit dem Vorwand, daß sie nichts Gutes im Sinne haben könnten, wenn sie sich so mißtrauisch weigerten, mitzusegeln. Sie nahmen ihnen ihre eigenen Waffen aus den Hänsern weg, und würden auch Einige von ihnen, die ihnen grade unterkamen, getödtet haben, hätte nicht Niko- 427 v. Chr. stratos dem gewehrt. Da nun me Uebrigen sahen, was geschah, so nahmen sie ihre Zuflucht zum Tempel der Hera als Schutzflehende, und eS waren deren nicht weniger als vierhundert. Das Volk fürchtete aber, sie möchten irgend ein Unheil anrichten, brachte sie durch glückliches Zureden aus dem Tempel und schaffte sie auf die Insel, welche vor dem Heratempel liegt, wohin ihnen auch alles Nöthige geschickt wurde.

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