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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 3

82 Von Allem dem aber lag die Schuld in dem habsüchtigen und ehrgeizigen Regiment und in Folge deisen in dem leidenschaftlichen Eifer der Männer, die sich in die Kämpfe der Ehrsucht eingelassen hatten. Denn die Regierungshäupler in den einzelnen Städten, und zwar von beiden Parteien, indem sie der Sache einen schönen Hainen gaben, jenachdem sie und der bürgerlichen Gleichheit des ganzen Volkes, oder einer maßvollen Staatslenkung der Vornehmen den Vorzug 427 v. Chr. schenkten, schienen nur die Hebung des Gemeinwohls zum Preise ihres Wettkampfs zu machen, in der That aber rangen sie nur auf jede Weise Einer des Andern Meister zu werden, indem sie dabei die äußersten Mittel wagten nnd sich einander mit immer empfindlicheren Strafen belegten, die sie nicht nach der Gerechtigkeit und dem Staatsvortheil abmaßen, sondern nach dem schadenfrohen Belieben der Parteien bestimmten, und so waren sie immer fertig, entweder durch ungerechte Verurtheilung mittels Abstimmung, oder durch das Uebergewicht der Fäuste sich den Sieg zu verschaffen und so für den Augenblick ihr Müthchen zu kühlen. Auf Furcht der Götter sah Niemand mehr, sondern wem es gelingen mochte, durch schönllingende Worte etwas Unerhörtes durchzusetzen, der wuchs dadurch nur an gutem Rufe. Wer aber von den Bürgern es mit keinem Theil hielt, der wurde von beiden tödtlich verfolgt, entweder weil sie im Kampfe nicht zu ihnen standen, oder aus Neid, daß sie allein glücklich davon kommen sollten.

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