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Kitap 3

87 Im folgenden Winter kam die Seuche zum zweiten Mal über die Athener. Ganz hatte sie zwar nie aufgehört, jedoch war eine Art Stillstand eingetreten. Das zweite Mal dauerte sie nicht weniger als ein Jahr. Das erste Mal aber hatte sie gar zwei Jahre gewährt, so daß nichts Anderes die Macht der Athener mehr geschwächt hat. Denn von den im Kriege verwendeten Truppen starben daran nicht 44) Hiemit beginnt die verhängnißvolle Einmischung der Athener in die ficilischen Angelegenheiten. Die Griechen in Unteritalien und auf Sicilien hatten eine ähnliche Stellung gegenüber der karthagischen und etruskifchen Macht, wie die des Ostens gegenüber den Persern, und in deren Behauptung eine eben so schöne Aufgabe, wie ihre östlichen Brüder, der sie zunächst auch ruhmvoll nachkamen. Im Jahr 480 schlugen Gelon von Syrakus und Theron von Akragas (Agrigentum, Girgenti) die karthagische Landmacht bei Himera aus's Haupt, wie die Sage will am selben Tage, als bei Salamis die Flotte der Perser, die mit den Karthagern zur Vernichtung der Hellenen gemeinschaftliche Sache machten, geschlagen wurde. Sechs Jahre später (47 4) schlug Hiero 1. von Syrakus die etruskische Flotte vor Kyme ((Zum»«). So schöne Anfänge hatten aber keinen entsprechenden Fortgang. Die Jtaliker gingen in Ueppigkeit unter, und auf Sicilien führten der Mißbrauch, den Syrakus von seiner Stärke machte, die Bestrebungen der Tyrannen, welche die Reinheit des Hellenenthums durch eingeführte Fremdlinge zersetzten und schwächten/ die Parteikämpfe in den Städten und die Intriguen der Karthager das Verderben herbei. So oft auch im Verlauf der Geschichte die Bevölkerung Unteritaliens und Siciliens durch neues und besseres, Blut aufgefrischt wurde, so war der Ausgang doch immer wieder ein Hinabsinken in völlige Unbedeutendheit. Nach unserem Kapitel stehen sich auf Sicilien die dorischen und die chalkidischen Kolonien einander gegenüber. Dorische Städte waren Syrakus, das hybläische Megara (so beigenannt zum Unterschiede von seiner Mutterstadt), Akrä, KaSmenä, Kamarina u. a.; Niederlassungen von Ehalkis auf Euböa: Naxos mit seinen Tochterstädten Leontini und Katana, Himera, Kallipolis, Euböa u. a. Auch Zankle, später Messana (Messina) war chalkidischen Ursprungs, wurde aber durch seine spätere messenische Bevölkerung dorisch; unter der Bürgerschaft herrschte daher in Bezug auf Parteinahme in diesem Kriege Spaltung. In Untcritalien waren die Lokrer für SyrakuS, das chalkidifche, aber auch mit Messeniern untermischte Rhegium, vorzüglich aus Haß gegen die benachbarten Lokrer, für Leontini.. Das von den Syrakusanern sehr hart mitgenommene dorische Kamarina hielt ebenfalls zu den Leontinern. Akragas, Pflanzstadt des rhodischen Cela,stand zu Syrakut. 17* 426 v. Chr. weniger als viertausend vierhundert Schwerbewaffnete und dreihundert Reiter, des übrigen Volks aber eine unzählige Menge. Damals fanden auch die vielen Erdbeben statt, in Athen, auf Euböa und in Böotien, sonderlich aber im böotischen Orchomenos.

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