Kitap 4
20
„Wenn jemals, so ist jetzt Aussöhnung für uns beide ehrenvoll, bevor noch ein Ereigniß zwischen uns tritt, das unheilbare Folgen hat, denn in diesem Falle müßten wir neben der Feindschaft des Staats auch ewigen Privathaß gegen euch hegen, und ihr würdet der Vortheile verlustig gehen, zu denen wir euch jetzt einladen. So lange es zwischen uns aber noch nicht zu dieser Entscheidung gekommen ist, euch mit unserer Freundschaft Ruhm zu Theil wird und wir einen schimpflichen Ausgang durch mäßige Einbuße abwenden, sollten wir uns aussöhnen. Laßt uns selbst den Frieden statt des Krieges wählen und auch den andern Hellenen Ausrast von diesen Uebeln gewähren. Und dafür werden diese vorzugsweise euch Dank schuldig zu sein glauben; denn sie sind in den Krieg verwickelt, ohne klar zu wissen, wer von uns beiden ihn herbeigeführt hat. Tritt aber Friede 425 v. Chr. an seine Stelle, was jetzt mehr in eurer Willkür liegt, so werden sie den Dank darob euch wissen. Und faßt ihr diesen Beschluß, so steht es bei euch, ob ihr dann — mehr durch Güte, als durch Gewalt — die treue Freundschaft der Lakedämonier euch erwerben wollt; und sie selbst laden euch dazu ein. Bedeutet, welche Vortheile ganz gewiß damit verbunden sind, denn wenn wir und ihr eins sind, so wißt ihr, daß das übrige Hellenenthum, als der schwächere Theil, uns die höchste Ehre erweisen wird."