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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 4

26 Vor Pylos nun hielten die Athener jene Lakedämonier auf der Insel noch eingeschlossen, und das Heer der Peloponnesier stand noch in seinem Lager auf dem Festland. Sehr mühselig aber war den Athenern die Überwachung aus Mangel an Lebensrnitteln und an Wasser; denn es gab dort keine Quellen, eine einzige ausgenommen auf der Burg von Pylos selbst, und auch diese war nicht reich, sondern die Meisten machten sich Gruben in dem Kiessand am Meere nnd tranken ein Wasser, wie man es da eben haben kann. Auf dem beschränkten Raume waren sie auch in der Lagerung beengt, und weil auch die Schiffe keinen guten Hafen hatten, so holten abtheilnngsweise die einen immer Lebensmittel vom Festland und die andern lagen auf offener See vor Anker. Am meisten Unlust aber erzeugte ihnen die lange Verzögerung, die ganz wider Erwarten eintrat; denn sie hatten gedacht, die Leute auf der wüsten Insel, wo sie nur salziges Wasser zu trinken hätten, binnen wenigen Tagen zur Uebergabe zu zwingen. Die Ursache aber hievon war, daß die Lakedämonier Je-den, der nur wollte, aufgefordert hatten, gemahlenes Getreide und Wein und Käse und andere Nahrungsmittel, wie sie für Belagerte tauglich sind, auf die Insel zu fuhren, gegen eine große Geldbelohnung; und wer von den Heloten Solches einführe, dem versprachen sie die Freiheit. Und sowohl Andere wagten sich und führten zu, vorzüglich aber Heloten, indem sie bei guter Gelegenheit vom Peloponnes abfuhren und noch vor Tagesanbruch an der Seeseite der Insel landeten. Meistens aber paßten sie es ab, daß die Wind strömung sie dahin trug, denn sie konnten der Wachsamkeit der Drei­ 425 v. Chr. ruderer leichter verborgen bleiben, wenn der Wind von der offenen i See her blies, weil es da unmöglich war, rings herum vor Anker zu liegen; und jene achteten den Verlust ihrer Schiffe nicht, wenn sie nur an's Land kamen; vielmehr ließen sie ihre Fahrzeuge, die nach ihrem Geldwerth abgeschätzt waren, auf den Strand lausen, und die Schwerbewaffneten hielten schon Wache an den Landungspunkten. Die es aber bei stillem Wetter wagten, wurden abgefangen. Es schwammen aber auch von der Seite des Hafens Taucher unter dem Wasser hinüber, die an einein Tau in Schläuchen mit Honig gemischten Mohn und gestoßenen Leinsamen nach sich zogen, und Anfangs kamen diese auch unbemerkt durch, später aber traf man auch gegen sie Vorkehrungen. Kurz auf jegliche Weise zeigte man sich auf beiden Seiten erfinderisch, die Einen, Lebensmittel zuzuführen, die Andern, sich nicht hintergehen zu lassen.

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