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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 4

73 Darauf rückte Brasidas mit seinem Heere näher an die See und die Stadt Megara heran, wo er eine vorteilhafte Stellung einnahm und, eines Angriffs der Athener gewärtig, in Schlachtordnung stehen blieb, da er recht gut wußte, daß die Megarer nur abwarten wollten, wer siegen würde. Er versprach sich davon einen doppelten Vorteil, einmal, ohne selbst angreifen und eine Schlacht wagen zu müssen, bei seiner denn doch deutlich genug bewiesenen Absicht, sie anzunehmen, auch ohne das Schwert zu ziehen, als Sieger angesehen zu werden, zugleich aber damit auch Megara gegenüber am besten zu fahren. Denn hätte er sich mit seinem Heere vor der Stadt nicht sehen lassen, so würde er an einen glücklichen Erfolg überhaupt nicht denken können, die Stadt vielmehr, wie wenn er geschlagen wäre, unter allen Umständen für ihn verloren sein. Sollten sich aber die Athener in der Tat auf keine Schlacht einlassen, so würde er den Zweck, der ihn her­ geführt, ohne Schwertstreich erreichen. Und so kam es auch. Die Athener setzten sich allerdings in Marsch und stellten sich an Her langen Mauer in Schlachtordnung, rührten sich aber, da die Gegner nicht angriffen, auch ihrerseits nicht vom Fleck. Nach Ansicht ihrer Führer stand eben für sie mehr auf dem Spiele als für die Gegner; denn wenn sie, denen bisher fast alles geglückt, jetzt die Schlacht gegen eine solche Über­ zahl eröffneten, hätten sie zwar Aussicht, falls sie isegten, in Megara einzuziehen, im Fall einer Niederlage aber zu be­ fürchten, den besten Teil ihres schweren Fußvolks einzubüßen, während die Gegner, die alle nur mit einem Teil ihrer ge­ samten Streitmacht zur Stelle waren, natürlich eher bereit sein würden, eine Schlacht damit zu wagen. Nachdem sich beide Teile eine Zeitlang gegenübergestanden und von keiner Seite ein Angriff erfolgt war, gingen zuerst die Athener auf Nisaia und dann auch die Peloponnesier in ihre frühere Stellung zurück. So hatten denn in Megara die Partei­ genossen der Flüchtlinge nunmehr Oberwasser und öffneten Brasidas und den Befehlshabern der Bundestruppen die Tore, als ob sie gesiegt und die Athener den Kampf vermieden hätten, und knüpften, nachdem sie eingelassen waren, Verhand­ lungen mit ihnen an, da die Anhänger der Athener ihre Sache bereits verloren gegeben hatten.

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