Kitap 4
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Um dieselbige Zeit in diesem Sommer marschirte Brasidas mit taufend und siebenhundert Schwerbewaffneten gegen die diesseitige Gränzlandschaft von Thrakien, und als er in dem Trachinischen Hcraklea angekommen war und einen Boten an seine Freunde nach Pharsalos geschickt hatte, mit der Bitte, ihn und sein Heer durch das Land zu geleiten, kamen zu ihm nach dem Achaischen Melitia Panäros und Doros und Hippolochidas und Torylaos und Strophakos, der Staats-Gastfreund der Chalkidier, und dann setzte er seinen Marsch fort. Aber auch noch andere Thessaler und unter diesen Nikonidas aus Larissa, Freund des Perdikkas, gaben ihm das Geleite. Denn durch Thessalien ist auch sonst überhaupt nicht leicht durchzukommen ohne Geleitsmann, geschweige denn gar bewaffnet, wie denn auch bei sämmtlichen Hellenen sich Jeder wohl bedenken würde, fremdes Gebiet zu durchziehen, ohne die Erlaubniß dazu erwirkt zu haben; auch war die große Masse der Thessaler immer den Athenern zugeneigt. Wenn also bei den Thessalern im Lande nicht die Gewaltherrschaften in größerer Zahl bestünden, als Staaten mit Rechtsgleichheit für Alle, so wäre er gar nicht vorwärts gekommen, zumal sogar unter diesen Umständen Leute von der Gegenpartei seiner Freunde sich am EnipeuSflusse, seinen Marsch aufhaltend, in den Weg stellten und ihm sagten, daß er Unrecht thue, so ohne Erlaubniß ihrer Oberbehörde 38) Vgl. IN. 92 s. 39 ) Ja Thessalien wurde das Volk durch zahlreiche Dynasten niedergehalten, daher daherzumarfchiren. Seine Geleitsmänner gaben zur Antwort, sie 424 v. Chr. würden auch gegen den Willen jener gar nicht das Geleit übernom- y men haben, aber er sei ganz plötzlich erschienen, und so geleiteten sie ihn eben, weil sie seine Gastsreunde seien. AuchBrasidas selbst redete ihnen zu, er komme als ihr und Thessaliens Freund und trage die Waffen gegen seine Feinde, die Athener, und nicht gegen sie, und er wisse auch gar Nichts davon, daß zwischen Thessalern und Lakedämoniern Feindschaft herrshce, so daß Einer das Land des Andern nicht betreten dürfe; und auch jetzt wolle er seinen Marsch nicht gegen ihren Willen fortsetzen und er könne es auch nicht; doch erwarte er auch nicht, daß sie ihn hindern wollten. Jene nun zogen, nachdem sie dieß gehört hatten, wieder ab, er aber setzte aus den Rath seiner Geleitsmänner, bevor ein neues größeres Hinderniß einträte, seinen Weg ohne Aufenthalt im Eilmarsch fort. An demselben Tage, an welchem er von Melitia aufgebrochen war, kam er auch noch bis PharsaloS, wo er sich am Flusse Apidanos lagerte, und von hier nach Phakion und von da weiter nach Perrhäbia. Hier gingen die Thessalischen Geleitsmänncr wieder zurück, und nun brachten ihn die Petr heber, Unterthanen derThessaler, nach Dion im Gebiet des Perdikkas, einem Makedonischen Städtchen gegen die Thessalische Gränze hin am Fuß des Olumpos gelegen.