Kitap 5
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Gleich nach der Schlacht bei Amphipolis und dem Rück züge des Rhamphias aus Thessalien zeigte sich denn auch, daß beide Teile des Krieges müde waren und sich nach Frieden sehnten. Die Athener, die bei Delion und bald darauf zum zweiten Male bei Amphipolis geschlagen waren, trauten ihrer Macht nicht mehr so wie früher, wo sie sich auf keinen Ver trag einlassen wollten und bei den damaligen Erfolgen als Sieger aus dem Kriege hervorzugehen glaubten. Zudem fürchteten sie, infolge jener Niederlagen könnten ihnen ihre Bundes genossen aufsässig werden und immer mehr von ihnen abfallen. Sie bereuten deshalb, daß sie nach den Kämpfen bei Pylos keinen Frieden geschlossen, wo sich ihnen dazu die günstigste Gelegenheit geboten hatte. Für die Lakedämonier wiederum hatte der Krieg, in dem sie die Macht der Athener durch Ver heerung ihres Landes in wenig Jahren vernichten zu können meinten, einen unerwarteten Verlauf genommen; sie hatten auf der Insel eine Niederlage erlitten, wie sie Sparta noch nie erlebt, ihr Land wurde von Pylos und Kythera aus durch Streifzüge verheert, die Heloten liefen ihnen weg, und sie mußten immer darauf gefaßt sein, daß die im Lande Gebliebenen sich durch die Ausgetretenen verführen lassen würden, sich wie früher auch jetzt wieder zu empören. Dazu kam, daß ihr dreißigjähriger Friede mit Argos zu Ende ging, und daß die Argeier sich zu dessen Verlängerung nur verstehen wollten, wenn man ihnen die Landschaft Kynosuria abträte. Gleich zeitig gegen Argos und Athen Krieg zu führen, hielten sie aber nicht für möglich. Auch hatten sie mehrere peloponnesische Städte in Verdacht, sie würden zu den Argeiern übergehen, wie es dann ja auch wirklich kam.