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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 5

14 Es geschah aber sogleich nach der Schlacht bei Amphipolis und dem Rückzüge des Ramphias aus Thessalien, daß keiner von beiden Theilen mehr sich an Kriegsunternehmungen wagen wollte, sondern beide ihre Gedanken mehr auf Frieden wendeten; die Athener, 11 Vergl. III, 92. weil sie bei Delion und bald danach wieder bei Amphipolis hart getroffen worden waren und nicht mehr das zuversichtliche Vertrauen 422 v. Chr. auf ihre Macht hatten, mit welchem sie früher den Vertrag von sich gewiesen, weil sie bei ihrem damaligen Glücke die entschiedene Oberhand zu behalten geglaubt. Dann fürchteten sie auch, daß die Bundesgenossen durch ihre Niederlagen noch weiter zum Abfall angespornt würden, und es reute sie jetzt, daß sie nach den Ereignissen in Pylos, wo sich ein ehrenvoller Anlaß bot, nicht in die dargereichte Hand eingeschlagen hatten. Den Lakedämoniern auf der andern Seite kam der Verlauf des Krieges ganz wider Erwarten, denn sie hatten geglaubt, die Macht der Athener in wenigen Jahren zu Boden zu werfen, wenn sie nur ihr Land verwüsteten; nun aber hatte sie das Unglück auf der Insel (Sphakteria) betroffen, wie ein ähnliches der Stadt Sparta niemals zugestoßen war, und von Pylos und Kythera aus wurde ihnen das Land verwüstet. Auch die Heloten liefen über, und sie mußten immer erwarten, daß auch die Zurückgebliebenen, auf den Beistand der auswärts Befindlichen bauend, ihnen, wie schon früher geschehen IV, Unruhen erregen würden. Dazu kam noch, daß auch der dreißigjährige Friedensvertrag mit den Argivern seinem Ende nahe war, und einen neuen wollten die Argiver nicht eingehen, außer wenn man ihnen die Landschaft Kynuria wieder zurückgebe. Und unter solchen Umständen schien es unmöglich, gegen Argiver und Athener zugleich Krieg zu führen. Auch von den peloponneisschen Städten hatten sie einige im Verdacht, daß sie aus Seite der Argiver treten würden, waS denn auch wirklich eingetroffen ist.

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