Thesauros Edebiyat Tarih Ἱστορίαι

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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 5

95 Athener: „Nein; denn eure Feindschaft schadet uns weniger als eure Freundschaft, da diese in den Augen unserer Unter­ tanen ein Zeichen unserer Schwäche sein würde, eure Feind­ schaft aber ein Beweis unserer Macht."
96 Melier: „Meinen eure Untertanen denn, rechtlich zwischen Leuten, die euch nichts angehen, und solchen, die größtenteils als Kolonisten, teilweise auch nach ihrem Abfall von euch unterworfen sind, keinen Unterschied machen zu müssen?"
97 Athener: „An Rechtsgründen würde es ihrer Meinung nach den einen so wenig wie den anderen fehlen; aber sie glauben, daß jene es nur ihrer Macht verdanken, wenn sie frei bleiben, und daß wir uns fürchten, sie anzugreifen. Eure Unterwerfung würde also nicht nur zur Erweiterung unserer Macht, sondern auch zur Sicherung unserer Herrschaft beitragen, zumal es ein schlechtes Zeichen wäre, wenn wir, die Beherrscher der See, ein verhältnismäßig schwaches Jnselvolk wie euch nicht zwingen könnten."
98 Melier: „Das also, meint ihr, würde euch solche Siche­ rung nicht gewähren? Wie ihr unS aber zu verstehen gebt, daß es sich unS gegenüber nicht um Recht, sondern nur um euren Vorteil handelt, so wollen auch wir euch nun über unseren Vorteil belehren und versuchen, euch von eurer Meinung zu bekehren. Am Ende könnte unser beider Vorteil denn doch zusammengehen. Treibt ihr denn nicht alle jetzt Neutralen ins feindliche Lager, wenn sie nach solchen Erfahrungen sich sagen müssen, daß es über kurz oder lang auch ihnen an den Kragen gehen wird? Was hättet ihr dann weiter davon, als daß ihr eure jetzigen Feinde nur noch mächtiger macht und solche, die es gar nicht werden wollen, wider Willen dazu drängt?"

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