Kitap 6
15
So redete Nikias. Von den Athenern aber, die noch auftraten, forderten die Meisten zum Kriegszug aus, und man solle den gefaßten Beschluß nicht aufheben; Einige indeß sprachen auch dagegen. Am eifrigsten aber trieb zum Feldzug Alkibiades, des KleiniaS Sohn, einmal, weil er dem Nikias den Widerpart halten wollte, dessen Gegner er auch sonst in Staatssachen war, zumal er eben auch seiner ungünstige Erwähnung gethan, hauptsächlich aber, weil er die Feldherrnwürde eifrig wünschte und in dieser Stellung Sieilien und Karthago zu erobern gedachte, was im Fall des glücklichen Gelingens auch ihn selbst an Geld und Ehren heben würde. Er stand in Ansehen bei den Städtern, stöhnte aber seinen Leidenschaften in Bezug auf Pferde und sonstigen Luxus über Vermögen, was denn auch später nicht die kleinste Ursache zum Untergang der Athenischen Macht wurde. Denn als die Meisten die Größe seiner Ueberhebung in Bezug aus persönliche Lebensweise und die Großartigkeit seines Strebens, die er 54) Der Rathsvorsteher, der bei der Volsversammlung den Vorsitz führte. in allen Geschäften zeigte, welche er in die Hand nahm, zu fürchten 415 v. Chr. begannen, so wurden sie ihm Feind, weil sie glaubten, er strebe nach Alleinherrschaft, und obwohl er das Kriegswesen zum besten Nutzen des Gemeinwesens trefflich leitete, so übertrugen sie, Jeder persönlich beleidigt durch sein Benehmen und seine Lebensweise, den Oberbefehl an Andere und richteten so den Staat binnen Kurzem zu Grunde. Damals nun trat Alkibiades auf und redete zu den Athenern Fol» gendes: