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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 6

16 „In der That, ihr Athener, kommt mir ein Oberbefehl eher als Andern zu — denn hiemit muß ich beginnen, da Nikias mich angegriffen hat — und ich glaube desselben würdig zu sein. Weßhalb ich verschrieen bin, das grade brachte meinen Vorfahren und bringt mir Ruhm ein und dem Vaterland Nutzen. Beim Anblick meines prächtigen Aufzuges zu Olympia mußten die Hellenen die Macht unserer Stadt noch für größer halten, als sie wirklich ist, nachdem sie zuvor sich geschmeichelt hatten, sie sei durch den Krieg zu Grunde gerichtet. Deßhalb habe ich sieben Wagen in die Rennbahn geschickt, was vor mir ein Privatmann nie gethan, und so habe ich den ersten und zweiten und vierten Preis gewonnen ^), und dieses Sieges würdig war mein übriger Aufwand. Schon nach dem Gesetz gewährt dieß Ehre, und nach dem Geleisteten bildet man sich eine Vorstellung von der Macht (des Staates). Mein sonstiger glänzender Aufwand in der Stadt, wenn ich Chorführer bin ^), oder bei Andern Gelegenheiten, erregt natürlich unter den Stadtbürgern Neid, für die Fremden aber entfaltet sich auch hierin die Staatskraft. Das ist doch fürwahr keine schädliche Thorheit, die auf eigene Kosten nicht nur sich selbst, sondern auch dem Staate nützt, und eS ist auch nicht ungerecht, daß Einer, der von sich groß denken darf, sich nicht mit anderen auf eine Linie stellt. Findet doch auch der Unglückliche Keinen, der von seinem Unglück den gleichen Antheil auf sich nehmen will. Sondern wie uns im Unglück kein Mensch den Hof macht, so muß es sich Einer auch wohl gefallen lassen, wenn ihn die Glücklichen über die Achsel ansehen. Erst stelle er sich auch dem Unglücklichen gleich, 35) Vergl. Plutarch, Alkibiades Kap. II. 38) Vergl. Anm. 1l, Buch III. 415 v. Chr. wenn er vom Glücklichen dasselbe verlangt. Ich weiß aber, daß Männer wie ich, und wer immer in einer Art sich auszeichnet, so lange sie leben, den Andern unangenehm find, und am meisten ihres Gleichen, dann aber auch den Andern, mit denen sie zusammen leben; bei den Nachkommenden aber erregen sie sogar den Wunsch, Ansprüche aufVerwandtschaft mit ihnen machen zu können, wenn diese auch keineswegs begründet find; und welchem Staate sie immer angehören, der rühmt sich ihrer nnd will sie nicht einem andern überlassen, und betrachtet sie nicht als solche, die ihre Sache schlecht gemacht hätten, sondern als die seinigen und solche, die rühmlich gehandelt. Danach nun strebe ich, und wenn ich in meinem Privatleben vershcrien bin, so seht doch nur daraus, ob ich die öffentlichen Angelegenheiten etwa schlechter verwalte, als ein Andrer. Habe ich doch ohne große Gefahr und Kosten eurer Seits die mächtigsten Staaten des Peloponnes vereinigt und die Lakedämonier gezwungen, bei Mantinea ihre ganze Existenz auf das Kampsglück eines einzigen Tages zu setzen^). Und haben sie damals auch gesiegt, so find sie doch selbst heute noch nicht sicher und zuversichtlich."

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