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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 6

54 Das Wagestück des Aristogeiton und Harmodios war nämlich nur wegen einer zufälligen Liebesgeschichte unternommen worden, welche ich des Breiteren erzählen will, um zu zeigen, daß weder die Andern, noch auch die Athener selbst in Betreff ihrer Tyrannen und des damals Geschehenen die Wahrheit erzählen. Als nämlich PeifistratoS hochbejahrt als Zwingherr gestorben war, erhielt nicht Hipparchos, wie die'Meisten'glauben, sondern'Hippias/weil et der Aeltere war, die Herrschaft. Nun'war damals Harmodios durch Blüthe der Jugendschönheit ausgezeihcnet/und Aristogeiton, ein Stadtbürger aus dem Mittelstand, war der bevorzugte Liebhaber. Harmodios wurde aber auch von Hipparchos, dem Sohn des Peisistratos, angegangen, ließ sich aber nicht bereden, sondern klagte es dem Aristogeiton. Dieser nun, nach Art der Liebenden, wurde 'von heftigem Schmerz ergriffen, und da er bei der Macht des Hipparchos fürchtete, daß dieser den Jüngling mit Gewalt zwingen werde, ihm zu Willen zu sein, so richtete er — so weit dieß nach seinem Stande möglich war — allsogleich sein Dichten und Trachten auf den Sturz der Zwingherrschaft. Indessen versuchte HipparchoS den Harmodios 415 v. Chr. neuerdings, richtete aber nicht mehr aus, als vorher, und er wollte nun zwar nicht mit Gewalt gegen ihn verfahren, dachte aber darauf, ihm' bei irgend einer nicht auffälligen Gelegenheit, als ob es eben nicht deßhalb wäre, einen Schimpf anzuthun, wie er denn auch sonst in der Regierung nicht gehässig gegen die große Masse verfuhr, sondern sich in derselben vorwurfsfrei zu benehmen wußte. Und überhaupt hat diese Familie in ihrer Zwingherrschast gerecht und einsichtsvoll gewaltet und von den Athenern nur den zwanzigsten Theil des Erträgnisses erhoben, wofür sie auf eine sie ehrende Weise die Stadt verschönerten, die Kriege durchführten und die Tempelopfer verrichteten.' Im Uebrigen regierte sich die Stadt selber nach ihren alten Gesetzen, abgesehen davon, daß jene immer dafür sorgten, Einen'aus ihrer Familie in den Oberämtern zu haben. So verwaltete unter Andern derselben auch PeisistratoS, des Zwingherrn Hippias Sohn, der den Namen seines Großvaters führte, das einjährige Archontenamt in Athen, und dieser ist es auch, der als Archont den Altar der zwölf Götter auf dem Markte und den des Apollo im Tempel dieses Gottes geweiht hat. Bei dem auf dem Marktplatze fügte das Volk später einen größeren Anbau hinzu, wodurh cdie Inschrift vershcwand. Die auf dem Apollo-Altar ist aber jetzt noch sichtbar und besagt in schwer leserlichen Buchstaben das Folgende: ' - " Hippias' Sohn, Peisistratos, hat dieß Denkmal als Archon Hier in des Pythischen Gotts heil'gem Bezirke geweiht,r

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