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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 6

81 So Hermokrates. Nach ihm nahm Euphemos, der Ge­ sandte der Athener, das Wort und sagte:
82 „Eigentlich sind wir nur hier, um das alte Bündnis zu erneuern. Die Angriffe des Syrakusers nötigen uns aber, auch über unsere Herrschaft ein Wort zu sagen, die wir denn doch mit gutem Recht besitzen. Den besten Beweis dafür hat er selbst schon angeführt, daß nämlich Jonier und Dorier von jeher Feinde gewesen seien. Damit verhält es sich so: Wir als Jonier mußten darauf bedacht sein, unsere Unab­ hängigkeit gegenüber den uns an Zahl überlegenen Doriern in unserer Nachbarschaft möglichst zu wahren, und nach den Perserkriegen, als wir im Besitz einer Flotte waren, gelang es uns auch, die Hegemonie der Lakedämonier abzuschütteln. Hatten sie uns doch so wenig zu befehlen, wie wir ihnen, so­ weit sie nicht eben ihre Übermacht damals dazu in den Stand setzte. Nachdem wir den Oberbefehl über die bisherigen Unter­ tanen des Königs übernommen hatten, haben wir ihn dann auch weiter beibehalten in der Meinung, so im Besitz einer Macht, die uns zum Widerstand befähigte, unsere Unabhängig­ keit den Peloponnesiern gegenüber am besten behaupten zu können und genau genommen auch die Jonier und Jnselvölker, von denen die Syrakuser sagen, wir hätten sie unerachtet der Verwandtschaft unterjocht, keineswegs mit Unrecht unter unsere Herrschaft gebracht zu haben. Denn sie waren mit den Per­ sern gegen uns, ihr Mutterland, zu Felde gezogen und hatten nicht den Mut, sich von ihnen loszusagen und wie wir, als wir unsere Stadt verließen, Hab und Gut preiszugeben, sondern wollten lieber Knechte bleiben und auch uns dazu machen.

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