Kitap 7
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Die Zufuhr von Lebensmitteln aus Euboia, welche früher von Oropos auf dem kürzeren Landwege über Dekeleia erfolgte, war jetzt auf den Seeweg um Sunion herum angewiesen und dadurch verteuert. Überhaupt litt man in der Stadt Mangel an allem, was von auswärts eingeführt werden mußte, und die Stadt war zum Heerlager geworden. Am Tage mußten die Athener abwechselnd an der Brustwehr, bei Nacht aber alle außer den Reitern entweder auf einem der Sammelplätze oder auf der Mauer Wache halten und sich Sommer und Winter plagen. Das drückendste aber war, daß sie gleichzeitig zwei Kriege führen mußten. Dabei entwickelten sie jedoch einen so rühm lichen Eifer, wie ihnen vorher niemand zugetraut hätte; denn wer hätte geglaubt, daß sie, obgleich selbst durch die ihnen von den Lakedämoniern vor die Tür gebaute Festung so hart bedrängt, trotzdem Sizilien nicht aufgeben und dort Syrakus, eine schon für sich allein so mächtige Stadt wie Athen, noch belagern würden. Solche Kraft und Kühnheit kam den Griechen völlig unerwartet, da man bei Beginn deS Krieges gemeint, daß sie wohl ein oder zwei oder auch drei Jahr, keinenfallS aber länger aushalten würden, wenn die Peloponnesier ihnen ins Land fielen. Und nun gingen sie, siebzehn Jahr nach dem ersten Einfall, als ihre Kräfte durch den Krieg bereits aufs äußerste in Anspruch genommen waren, nach Sizilien und unternahmen einen zweiten nicht minder weit aussehenden Krieg wie jenen ersten peloponneisschen. Infolgedessen aber begannen jetzt, wo ihnen Dekeleia so viel Schaden tat und auch anderweit große Anforderungen an sie herantraten, ihre Kassen leer zu werden. Auch legten sie um diese Zeit ihren Unter tanen anstatt der bisherigen Steuer den Zwanzigsten von allen zur See ein- und ausgehenden Gütern als Abgabe auf, in der Meinung, auf diese Weise höhere Einnahmen zu erzielen. Denn ihre Ausgaben waren gegen früher sehr gestiegen und um so größer geworden, je mehr der Krieg an Umfang zu genommen hatte und ihre Einnahmen zurückgegangen waren.