Kitap 7
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Die Syrakusaner, die das Herannahen der feindlichen Flotte erfuhren, gedachten nun abermals sowohl mit ihren Schiffen einen Versuch zu machen, als auch mit der übrigen Macht an Landtruppen, welche sie eben zu dem Zweck gesammelt hatten, um noch vor der Ankunft jener eine Entscheidung herbeizuführen. Nicht nur hatten sie 413 v. Chr. auf ihrer Flotte sonst alle die Einrichtungen getroffen, von denen sie nach ihren Erfahrungen im ersten Seekampf größere Vortheile voraussahen, sondern auch die Vordertheile ihrer Schiffe verkürzt und sie dadurch stärker gemacht, sowie auch an den Vordertheilen dicke Stoßbalken angebracht und diese wieder außen wie innen durch sechs Ellen lange Strebebalken, die sich an die Schiffswandung stimmten, gestützt's), welche Einrichtung auch die Korinther vor Naupaktos mit ihren Schissen getroffen und dann in der Schlacht mit den Vordertheilen den Angriff gemacht hatten. Hiedurch glaubten sich nämlich die Syrakusaner vortheilhast gegen die Schiffe der Athener gestellt zu haben, welche keine entsprechende Gegenvorrichtung, sondern nur dünne Vordertheile hatten, weil sie nicht sowohl Vordertheil gegen Vordertheil, als vielmehr vermittelst Umsegelung den Schnabelangriff in die Flanken zu machen pflegten. Auch berechneten sie, daß eine Seeschlacht innerhalb des großen Hafens, wo auf nicht großem Raume zahlreiche Schifft kämpfen würden, ihnen günstig ausfallen werde, denn mit dem Stoße Schnabel gegen Schnabel würden sie den Athenern das Vordertheil aufreißen, da sie mit starken und dicken Schnäbeln auf hohle und schwache Stellen träfen. Die Athener aber hätten ausdem beengten Raume auch nicht die Möglichkeit zur Umsegelung oder zum Zwischendurchfahren, Geschicklichkeiten, auf welche sie sich am meisten verließen. Das Zwischendurchfahren wollten sie ihnen selbst nach Möglichkeit wehren, am Umsegeln aber werde sie schon die Beschränktheit des Raumes hindern. Was früher nur eine Ungeschicklichkeit der Steuerleute zu sein schien, das Zusammenstoßen mit den Vordertheilen nämlich, das wollten sie jetzt mit voller Absicht anwenden, denn grade davon würden sie den größten Vortheil haben. Den Athenern nämlich, wenn sie aus ihrer Stellung verdrängt würden, bliebe kein anderer Rückzug, als der gegen das Land hin, und auch dieser ginge nur über einen schmalen Zwischenraum und auf einen beschränkten Raum am Land, nämlich längs ihrer eigenen Verschanzung; — 18) Heilmann meint, die Widerhalte (Strebebalken) seien durch eine Oesfnung in die Stirnwand des Schiffes hineingegangen und hätten sich dort etwa an einem Pfeiler in einem Winkel eingeschlossen, dessen Schenkel außer dem Schiffe an die schrägen. an beiden Seiten des Schiffes befestigten und vorne zusammenlaufenden Sturmbalken befestigt gewesen und dieselben folglich unterstützt hätten (Kr.). den übrigen Theil des Hafens würden sie selbst beherrschen — und 413v Chr. wenn jene irgendwie in's Gedränge kämen und sich dann auf einen beschränkten Raum und Alle auf denselben Punkt zusammenziehen müßten, so würden sie mit den Schiffen an einander stoßen und sich selbst in Verwirrung bringen — und in der That waren die Athener in allen Seegefechten auf diese Art am meisten zu Schaden gekommen, da sie nicht, wie die Syrakusaner, sich nach allen Punkten des Hafens zurückziehen konnten — eine Umsegelung aber bis in die offene See hinaus, während sie selbst die Zufahrt vom Meer her beherrschten und beliebig rückwärts fahren könnten, würden die Athener nicht durchzusetzen vermögend sein, zumal auch Plemmyrion sich ihnen feindselig erzeigen werde, und die Mündung des Hafens nicht groß sei.